Ordentlich eingespannt wurde ein Elektrotechnik-Lehrling von seinem Chef. Der 21-Jährige leistete dadurch viel zu viele Arbeitsstunden und bekam dafür aber viel zu wenig Geld.
Besonders oft hatte der Mitarbeiter im Betrieb einfach von seinem Vorgesetzten zu hören bekommen: "Heute musst du länger bleiben“. Da der junge Mann bereits volljährig war, waren ihm Überstunden prinzipiell erlaubt – doch der Arbeitgeber zahlte dem Lehrling keinen Cent für die geleistete Mehrarbeit.
Mit penibel geführten Arbeitszeit-Aufzeichnungen über die an die Hundert angesammelten Überstunden ging der Steirer nach Abschluss seiner Ausbildung direkt zur AK Graz, die sich um den Fall kümmerte. "Um solche Ansprüche geltend zu machen, ist es wichtig, Arbeitsaufzeichnungen zu führen und sich rasch zu melden“, erklärt AK-Jugendexperte Thomas Schmidt, der Klage gegen den Chef einbrachte.
Vor Gericht musste die Sache schlussendlich gar nicht, denn der ehemalige Chef des 21-Jährigen stimmte ziemlich schnell einem vorgeschlagenen Vergleich zu – und der kann sich sehen lassen: Insgesamt bekommt der Mitarbeiter nun rund 6.300 Euro ausbezahlt.