China baut Tower Bridge nach - und verdoppelt sie

Bild: Reuters
In China wird oft kopiert - auch Bauwerke aus aller Herren Länder. Jüngstes Beispiel ist eine der bekanntesten Brücken der Welt.
In China wird oft kopiert – auch Bauwerke aus aller Herren Länder. Jüngstes Beispiel ist eine der bekanntesten Brücken der Welt.

Die Tower Bridge überspannt die Themse? Der Eiffelturm überragt Paris? Die Sphinx thront vor den Pyramiden von Gizeh? Schon, aber nicht nur: Denn auch in China kann man all diese Sehenswürdigkeiten besichtigen, zum Teil gleich mehrfach. Und das, wohlgemerkt, nicht als Teil von Hotels, Casinos oder Freizeitparks, sondern mitten in Städten auf öffentlichen Plätzen.

In Suzhou überspannt seit kurzem ein Nachbau der Tower Bridge einen Flussarm. Allerdings begnügten sich die Chinesen nicht mit einer möglichst detailgetreuen Nachbildung des Londoner Originals, es musste schon etwas Größeres her. Darum ist die Brücke in Suzhou doppelt so breit geraten und hat darum auch vier statt zwei Türme.

Vom Eiffelturm bis zum Weißen Haus

Eine China-Version des Eiffelturms stand einige Jahre lang in der Stadt Hangzhou. Der Turm überragte ein ganzes Stadtviertel, das im Stil der französischen Hauptstadt mit ihren Stadthäusern und Boulevards errichtet wurde. Der Turm musste allerdings inzwischen einem neuen Bahnhof weichen.

Beliebt sind im Reich der Mitte auch Nachbildungen westlicher Regierungsgebäuden. So existieren in China etwa mindestens zehn Kopien des Weißen Hauses sowie zahlreiche kleinere und größere Varianten des Washingtoner Kapitols.

Auch chinesische Bauwerke werden kopiert

Doch auch vor landeseigenen Sehenswürdigkeiten macht die chinesische Kopier-Wut nicht halt: So müssen Chinesen, die im Südosten des Landes leben, nicht etwa hunderte Kilometer nach Xi’an reisen, um sich die berühmte Terrakotta-Armee anzuschauen. Eine Kopie der größten Halle davon kann man in Tahui, rund 1000 Kilometer vom Original entfernt, besuchen.

Weitere Kopien bekannter Sehenswürdigkeiten und Bauwerke aus aller Welt umfassen das Opernhaus von Sydney, die Sydney Harbour Bridge, eine Sphinx – die zu zwischenzeitlichen diplomatischen Querelen mit Ägypten geführt hatte, wie die "New York Times" schrieb – sowie das Unesco-geschützte Hallstatt.

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