Cockpit abgelehnt: So kam es zum Chaos in der Formel 1

Oscar Piastri will nicht für Alpine an den Start gehen.
Oscar Piastri will nicht für Alpine an den Start gehen.Imago Images
Pünktlich zum Start der Formel-1-Sommerpause versinkt die "Königsklasse" im Fahrer-Chaos. Und mittendrin steckt der Rennstall Alpine.

Eigentlich hatte der französische Rennstall zunächst die Qual der Wahl. Nun aber steht das Team ohne zweiten Piloten da. Verantwortlich dafür ist das sich plötzlich mit extremer Geschwindigkeit drehende Fahrer-Karussell. Und offenbar eine verpatzte Fahrer-Politik beim Rennstall aus Enstone.

Erst Vettel, dann Alonso

Den Ball ins Rollen brachte Sebastian Vettel, der am Donnerstag seinen Abschied aus der Formel 1 mit Saisonende verkündete. Der viermalige Weltmeister wird seine Rennkarriere beenden, will nun mehr Zeit mit der Familie verbringen. Aston Martin, wo Vettel noch bis Saisonende engagiert ist, reagierte derweil blitzschnell, nahm Fernando Alonso unter Vertrag. Zuletzt galt die Verlängerung des Spaniers bei Alpine eigentlich nur noch als Formsache, nun kam es jedoch anders, der zweimalige Weltmeister wechselt zum britischen Rennstall.

Damit wurde eigentlich ein Alpine-Problem gelöst, haben die Franzosen mit Oscar Piastri doch einen hochtalentierten Nachwuchspiloten unter Vertrag. Diesen beförderte der Rennstall am Dienstag schließlich zum zweiten Stammpiloten für die Saison 2023. Doch nur zwei Stunden später meldete sich der 21-jährige Australier selbst zu Wort und dementierte. "Ich habe keinen Vertrag für die nächste Saison unterschrieben. Ich werde 2023 nicht für Alpine fahren", so Piastri.

Piastri zu McLaren?

Die "Silly Season", das traditionelle Pokerspiel um die Formel-1-Cockpits, hat also so richtig Fahrt aufgenommen. Denn plötzlich muss sich Alpine nach einem zweiten Fahrer umschauen, Obwohl Teamchef Otmar Szafnauer darauf bestand, dass Piastri einen gültigen Vertrag besitzt. Allerdings hätte Alpine dafür eine Option ziehen müssen. Der Stichtag war der 31. Juli – einen Tag vor der Bekanntgabe des Alonso-Wechsels zu Aston Martin.

Doch warum lässt ein hochtalentierter ehemaliger Formel-2-Meister die Chance auf ein Cockpit in der "Königsklasse" so leichtfertig aus? Weil er wohl bei einem anderen Team ganz hoch im Kurs steht. Denn dass McLaren den Australier unter Vertrag nehmen möchte, ist ein offenes Geheimnis im Fahrerlager. Dafür müsste allerdings zunächst der Kontrakt mit Daniel Ricciardo, der jedenfalls noch in der kommenden Saison läuft, gelöst werden. Ricciardo wird derweil bereits als möglicher Kandidat für Alpine genannt.

Folgt ein Rechtsstreit?

Allerdings könnte es zu einem Rechtsstreit kommen. Denn Alpine beharrt weiter auf einem gültigen Piastri-Vertrag. Allerdings bedeutet das Fahrer-Theater gerade für den französischen Rennstall einen selten dagewesenen Gesichtsverlust.

Während McLaren ein zweiter Rechtsstreit ins Haus steht. Denn der britische Rennstall versuchte bereits den Indy-Car-Champion Alex Palou unter Vertrag zu nehmen, obwohl dessen Team CGR die Vertragsverlängerung bereits publik machte. Palou bekräftigte allerdings, bereits bei McLaren unterschrieben zu haben.

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