Kurz gratuliert Brexit-Boris, Corbyn räumt Platz

Boris Johnsons Konservative holten sich bei den Parlamentswahlen in Großbritannien die absolute Mehrheit. Kontrahent Jeremy Corbyn hat nach der Niederlage der Labour Party seinen Rückzug angekündigt.
Die Konservativen des britischen Premierministers Boris Johnson haben bei der Parlamentswahl am Donnerstag die absolute Mandatsmehrheit errungen. Mit der Auszählung des Wahlkreises Worthing West erreichten die Tories am Freitag in der Früh das 326. Mandat.

Auch Kurz gratulierte



Mit über 360 Sitzen im Unterhaus ist es die größte konservative Mandatsmehrheit seit dem letzten Wahlsieg der legendären Premierministerin Margaret Thatcher ("Iron Lady") im Jahr 1987. Bei der Wahl 2017 hatten die Konservativen ihre knappe absolute Mehrheit eingebüßt und waren danach auf die Unterstützung der nordirischen Unionisten angewiesen.

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Auch Sebastian Kurz gratulierte Boris Johnson zum Wahlsieg. Er hoffe, dass das Abkommen zum Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union nun rasch ratifiziert werden könne, schrieb der ÖVP-Chef auf Twitter.

Klare Linie fehlte: Corbyn ging im Brexit-Strudel unter



Johnsons Herausforderer Jeremy Corbyn hat nach der Wahlniederlage seinen Rückzug angekündigt. Die Zeiten, als der bisherige Labour-Parteichef mit Sprechchören auf Festivals gefeiert wurde, sind vorbei. Der Alt-Rockstar der britischen Linken ist im Brexit-Strudel untergegangen.

Der Ausgang der britischen Parlamentswahl war für Labour verheerend. Corbyn kündigte an, seine Partei nicht mehr in einen Wahlkampf führen zu wollen. Er wolle bis zum Ende einer Übergangszeit jedoch Parteichef bleiben.

Bei der Wahl 2017 hatte Labour mit Corbyn als Frontmann den Konservativen noch mehr als zwei Dutzend Mandate abgejagt und sie in eine Minderheitsregierung gezwungen. Doch jetzt ging es steil bergab.Der prinzipientreue Corbyn arbeitete für Gewerkschaften, bevor er in die Politik ging. Dem Unterhaus gehört er seit 1983 an. Zeitweise galt der inzwischen 70 Jahre alte Routinier als eine Art moderner Robin Hood, der es von den Reichen nehmen will, um es den Armen zu geben.

Beim Brexit-Kurs vermissten viele die klare Linie. Corbyn musste zwischen den pro-europäischen Labour-Wahlkreisen um London und den europakritischen Arbeitergegenden in Nordengland und Wales vermitteln.

Johnson bei der Queen



Johnson kündigte an, den Austritt seines Landes aus der Europäischen Union bis Ende Januar umsetzen zu wollen. Er wolle den Brexit "fristgerecht erledigen".

Am Freitag holte sich der britische Premierminister von Königin Elizabeth II. formell die Erlaubnis zur Bildung einer neuen Regierung. Das vertrauliche Gespräch mit der Queen erfolgte im Buckingham-Palast und dauerte über eine halbe Stunde. Zahlreiche Touristen hatten die Ankunft und Abfahrt Johnsons beobachtet.

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