Corona-Krise beschert Österreich Rekord-Defizit

Neben den medizinischen Herausforderungen, die die Corona-Pandemie bringt, sackt auch die Wirtschaft ab, was zu einem kräftigen Defizit führen wird.
Die Träume vom Budget-Überschuss haben sich für ÖVP-Finanzminister Gernot Blümel mit der Coronavirus-Pandemie endgültig zerschlagen. Österreich steuert nun aufgrund der gesunkenen Wirtschaftsleistung und dem staatlichen Hilfspaket auf ein Rekorddefizit zu. Das haben die Wirtschaftsforscher von Wifo und IHS berechnet.

Laut Wifo wird der Staat heuer zumindest 21,5 Milliarden Euro neue Schulden machen. Das entspricht 5,5 Prozent der Wirtschaftsleistung und wäre mehr als im Krisenjahr 2009. Es wäre das dritthöchste Defizit seit 1954. Damit nicht genug: Eine weitere Verschlechterung ist möglich.

Auch die Staatsschulden werden nach Einschätzung des Wifo schon heuer von 70 auf zumindest 76 Prozent der Wirtschaftsleistung anwachsen. Zum Vergleich: im Krisenjahr 2009 sind die Schulden um gut elf Prozentpunkte auf 79,9 Prozent des BIP hochgeschnellt und haben 2015 den bisherigen Rekordwert von 84,9 Prozent erreicht. Heuer hätten die Staatsschulden eigentlich wieder auf das Vorkrisenniveau sinken sollen. Dies wird durch die neuerliche Wirtschaftskrise nun unmöglich.

CommentCreated with Sketch. zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Prognose "nach unten hin offen"

IHS-Chef Martin Kocher ist mit seiner Defizitschätzung (5,0 Prozent des BIP) zwar etwas optimistischer als die Kollegen vom Wirtschaftsforschungsinstitut. Dabei ist auch die Wifo-Prognose optimistisch, denn sie geht davon aus, dass die Maßnahmen zur Bekämpfung der Krise ab Mai schrittweise wieder aufgehoben werden und sich die Wirtschaft danach wieder erholen kann.

Sollte das nicht der Fall sein, droht eine weitere Verschlechterung, wie auch Wifo-Experte Stefan Ederer im Gespräch mit der APA klar machte: "Die Prognose ist nach unten hin offen."

Klar ist aus Sicht der Wirtschaftsforscher, dass die durch Corona ausgelöste Wirtschaftskrise die Staatsfinanzen auch in den kommenden Jahre noch belasten wird. Das liegt auch an den Garantien, die der Bund für angeschlagene Unternehmen gegeben hat. Diese könnten unter Umständen erst in den nächsten Jahren schlagend werden.

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