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Corona-Pandemie – Hirnschäden bei gewisser Altersgruppe

Eine Studie zeigt einen erschreckenden Rückgang der Hirnleistung während der Corona-Pandemie – unabhängig von Covid-Infektionen.

Heute Life
Corona-Pandemie – Hirnschäden bei gewisser Altersgruppe
Die Pandemie veränderte offenbar die Gehirnleistung der Menschen ab 50, zeigt jetzt eine neue Studie.
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Die Corona-Pandemie hat bei vielen Menschen ihre Spuren hinterlassen. Und das nicht nur bei denjenigen, die sich dem Virus infizierten, wie jetzt Wissenschaftler der Universität Exeter und des King's College London feststellten.

Sie haben die Hirnleistung der Menschen seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie untersucht und erschreckenderweise herausgefunden: Die geistige Leistungsfähigkeit hat teilweise drastisch abgenommen.

Verschlechterung der kognitiven Fähigkeiten

Die Forscher nutzen für ihre Studie Daten von 3124 Menschen aus Großbritannien im Alter von 50 bis 90 Jahren aus der seit 2015 laufenden "Protect"-Studie. Getestet wurden dabei etwa das Kurzzeitgedächtnis und die Fähigkeit, komplexe Aufgaben zu lösen. Das Ergebnis der Wissenschaftler wurde jetzt im Fachjournal "The Lancet" veröffentlicht.

Demnach verschlechterten sich die kognitiven Fähigkeiten bereits im ersten Pandemiejahr deutlich. Noch stärker zeigte sich dieser kognitive Verfall bei Menschen, die schon vor der Pandemie von einem solchen altersbedingtem Abbau betroffen waren. Teilweise betrug die Einschränkung sogar über 50 Prozent der Leistung. Und auch im zweiten Jahr hielt der Abbau der Leistungen bei den Teilnehmenden an.

Bewegungsmangel, Alkohol und Einsamkeit

Die Forschenden gehen in ihrer Studie davon aus, dass der kognitive Verfall während der Pandemie durch eine Reihe von Faktoren verstärkt wurde. Ausschlaggebend seien weniger Bewegung, mehr Alkoholkonsum und die Zunahme von Einsamkeit und Depressionen. Allessamt bekannte Risikofaktoren für eine Demenz-Erkrankung.

Doch laut der Forschenden sei es noch nicht zu spät, dem Rückgang der Hirnkapazität entgegenzuwirken und das Demenzrisiko zu verringern. Dies hätten frühere Untersuchungen gezeigt. Dabei helfen können demnach verstärkte körperliche Aktivität, die Behandlung bestehender Depressionen und die Rückkehr in ein soziales Umfeld mit Kontakten zu anderen Menschen.

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    Melanie Seidl
    red
    Akt.