Wiener Freibäder sperren frühestens Mitte Juni auf

Kommen Personenbegrenzungen für die Schwimmbecken?
Kommen Personenbegrenzungen für die Schwimmbecken?Bild: Denise Auer
Wenn die Bundesregierung Ende April entscheidet, dass die Bäder öffnen dürfen, dauert es noch rund sechs Wochen bis zum Betriebsstart.

Die Temperaturen steigen, viele freuen sich auf den kommenden Sommer und darauf, die Freizeit in den Freibädern zu verbringen. Doch ob und wann diese öffnen werden, steht noch in den Sternen. Die Bundesregierung will Ende April bekannt geben, wie es weitergeht: "Bis wir dann tatsächlich öffnen können, dauert es allerdings noch vier bis sechs Wochen. Das ist die Zeit, die wir für die Vorbereitungsarbeiten benötigen – wenn wir ausreichend Personal finden. Wir können also frühestens Mitte, Ende Juni aufmachen", erklärt Martin Kotinsky, Sprecher der MA 44 (Wiener Bäder).

Auch, ob und welche Maßnahmen gegen das Coronavirus getroffen werden, ist noch offen: "Eine Schutzmasken-Pflicht im Wasser etwa wäre absurd. Ich könnte mir vorstellen, dass es Zugangsbeschränkungen und Quadratmeter-Regelungen für die Plätze auf den Liegewiesen gibt. Möglich wäre auch, dass Attraktionen wie Spielplätze, Wasserrutschen usw. gesperrt bleiben", meint Kotinsky.

Bäder rechnen heuer mit großem Ansturm

Der MA-44-Sprecher rechnet heuer mit einem noch größeren Ansturm auf die Bäder, da viele Wiener den Urlaub aufgrund des Corona-Virus in der Heimatstadt verbringen werden. Ins Gänsehäufel (Donaustadt) kommen an Spitzentagen etwa bis zu 30.000 Besucher. Eine Personenbeschränkung in den Freibädern wird daher schwer umsetzbar sein – auch in den Becken: "Zu den zigtausenden Tagesgästen haben wir rund 4.000 Saisonkarten-Besitzer. Wenn wir einen Großteil der Besucher abweisen müssen, ist das problematisch. Und eine Personenbeschränkung in den teils riesigen Schwimmbecken wird auch schwer exekutierbar sein", so Kotinsky.

Eine gute Nachricht hat der Bäder-Sprecher allerdings: Alle Saisonkarten-Besitzer, die schon eingezahlt haben, erhalten den anteiligen Betrag für die Zeit, in der die Bäder geschlossen waren, zurück.

Hohe Umsatzeinbußen im Schönbrunner Bad

Auch der Betreiber des Schönbrunner Bades (Hietzing), Josef Ebenbichler, denkt über eine Änderung des Saisonkarten-Angebotes nach. Der gebürtige Tiroler will allerdings noch konkrete Maßnahmen der Bundesregierung abwarten. Fix ist: "Wir haben sicher 50 Prozent Umsatzeinbußen. Im Sommer werden vor allem die Touristen ausbleiben, die machen rund ein Viertel der Gäste aus", so Ebenbichler.

Derzeit wird am Bad-Gelände nur auf "Sparflamme" gearbeitet: "Wir haben schon dreimal den Rasen gemäht und bewässern die Liegewiesen. Das ist alles." Wenn das Ok für das Aufsperren kommt, werden rund drei bis vier Wochen Vorbereitungszeit benötigt, bis das Schönbrunner Bad öffnen kann. Als mögliche Schutzmaßnahmen kann sich Ebenbichler dann vorstellen, zusätzliche Desinfektionsspender in den Nass- und Umkleide-Räumen aufzustellen. Auch eine Quadratmeter-Regelung auf der rund 6.000 Quadratmeter großen Liegefläche wäre möglich.

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