Wer diese Krankheiten hat, ist besonders gefährdet

Die Gefahr, an der durch das neue Coronavirus ausgelösten Krankheit Covid-19 zu sterben, ist für Menschen mit verschiedenen Vorerkrankungen deutlich höher.
Der Sars-CoV-2-Virus trifft nicht alle Menschen gleich. Während gesunde, jüngere Patienten mit einem milden Verlauf der Krankheit Covid-19 rechnen dürfen, steigt die Sterblichkeitsrate bei Menschen ab 60 Jahren stark an. Auch bei Patienten mit Vorerkrankungen ist diese Rate deutlich höher. Doch welche Vorerkrankungen sind besonders problematisch?

Darüber gibt eine Studie aus China Auskunft, die insgesamt 44.000 bestätigte Fälle untersucht hat.

Sie stellte bei an Covid-19 Erkrankten eine durchschnittliche Sterblichkeitsrate von 2,3 Prozent fest. Der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation WHO, Tedros Adhanom Ghebreyesus, sprach am Donnerstag sogar von einer Sterblichkeitsrate von 3,4 Prozent bei gemeldeten Covid-19-Patienten. Deutlich höher sind diese Werte allerdings bei Menschen mit Vorerkrankungen.

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Herz-Kreislauf-Erkrankungen



Am gefährlichsten dürfte der Virus für Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein. Laut der Studie liegt die Sterblichkeitsrate bei Covid-19-Patienten mit dieser Vorerankrung bei 10,5 Prozent. Bei einer Herzschwäche kann Sars-CoV-2 etwa zu einer weiteren Schwächung der Herzfunktion und zu Wasseransammlungen in der Lunge führen, in besonders schweren Fällen zu einem Zusammenbruch des Herz-Kreislauf-Systems, wie NDR berichtet.

Diabetiker



Ebenfalls ein stark erhöhtes Risiko haben Diabetiker. In China beträgt die Sterberate für sie laut der Studie 7,3 Prozent. Der Grund: Bei Diabetes mellitus beeinträchtigt ein schlecht eingestellter Blutzuckerspiegel wichtige Abwehrzellen. Zudem können Organe angegriffen sein, was dazu führt, dass der Körper schlechter gegen das Virus ankämpfen kann.



Chronische Atemswegerkrankungen



Dazu gehören unter anderem die chronische obstruktive Lungenerkrankung COPD, aber auch Asthma. Sie erhöhen das Risiko, eine schwere Lungenentzündung zu erleiden. In China liegt die Sterberate für diese Patienten bei 6,3 Prozent.

Bluthochdruck



Gefährlich ist auch ein hoher Blutdruck (Hypertonie). Daran leidet in Österreich schätzungsweise jede vierte erwachsene Person. Hier stellten die chinesischen Forscher eine Sterblichkeitsrate von 6 Prozent fest.

Krebs



Bei Krebspatienten schließlich lag die Sterblichkeitsrate bei 5,6 Prozent.

Risikofaktor Mann



Die chinesische Studie hat zudem eine höhere Sterblichkeitsrate bei Männern festgestellt. Bei ihnen liegt sie bei 2,8 Prozent, bei Frauen dagegen bei 1,7 Prozent. Wieso das genau so ist, ist derzeit nicht klar. Es könnte mit dem allgemein ungesünderen Lebensstil der Männer zu tun haben. In China raucht die Hälfte der Männer, während nur 2 Prozent der Frauen regelmäßig zur Zigarette greifen. Da Rauchen die Lungen schädigt, könnte das Virus deshalb bei Rauchern größeren Schaden anrichten. Auch ernähren sich Männer oft ungesünder, was das Risiko einer Erkrankung an Diabetes Typ 2 und Bluthochdruck erhöht.

Zudem können Frauen offenbar das Virus besser bekämpfen, wie Sabra Klein, Virenforschein an der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health der "New York Times" sagte. Auch die Immunantwort nach Impfungen sei im Vergleich zu Männern erhöht. Das gelte auch für das Immungedächtnis. Dieses schützt den Körper nach einer überstandenen Viruserkrankung vor einer neuen Ansteckung.

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