Amtlich: Home Schooling überfordert jeden Zweiten

Home Schooling ist für 50 Prozent der Befragten ein großes Problem.
Home Schooling ist für 50 Prozent der Befragten ein großes Problem.Bild: iStock
Die Arbeiterkammer ist alarmiert: Der Heimunterricht stresst 50 Prozent der Eltern und Kinder, bei 32 Prozent kommt es deshalb sogar zu Konflikten.

Haushalt schupfen, Arbeiten gehen, Alleinunterhalter spielen - und daneben noch mit dem Kind, oder den Kindern den Schulstoff vertiefen und Home Schooling betreiben: Die Corona-Krise und den damit einhergehenden stark beschränkten Zugang zur Schule kostet Betroffenen einiges an Nerven.

Im "Heute"-Interview spricht Wiens Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky zu dem Problem Klartext. Er sagt, dass durch die derzeitige Regelung Kindern "die Lebenszeit und die Perspektive geraubt" werde. Familien würden als eine Art "Reservearmee" missbraucht, die einfach zu funktionieren hätten - "Heute" berichtete.

Ein Umfrage von Ifes für die Arbeiterkammer Wien zeigt nun, wie sehr Eltern und auch ihre Kinder unter der aktuellen Home-Schooling-Situation leiden. Befragt wurden 316 Eltern mit insgesamt 456 Schulkindern. Das sind die Ergebnisse:

28 Prozent mit Online-Aufgaben überfordert

- Genau die Hälfte der Befragten (50 Prozent) tut sich jetzt schwer beim Lernen mit ihren Kindern zu Hause – 34 Prozent allgemein plus 16 Prozent in einzelnen Fächern. Mehr als ein Viertel (28 Prozent) sagt dazu, ihr Kind ist mit den Online-Aufgaben überfordert. Hilfe brauchen besonders jene Eltern, die selbst wenig Bildung genossen haben.

- Die zeitliche Belastung durch das Lernen ist für fast die Hälfe (49 Prozent) der Eltern ein Problem, ein Drittel (32 Prozent) berichtet deshalb sogar von Konflikten daheim. Für die einen sind Homeoffice, Familienleben und LehrerIn-Rolle spielen längerfristig nicht vereinbar, anderen fehlen pädagogische Kenntnisse, manche sind grundlegend mit den Lernaufgaben überfordert.



Gute Noten für Lehrerinnen und Lehrer


- Den Lehrkräften wird angesichts der schwierigen Situation allerdings ein gutes Zeugnis ausgestellt. 72 Prozent der Befragten sagen, dass die Lehrer bemüht sind.

- Keineswegs top ist die Ausstattung der Kinder mit Laptops, Tablets oder PC. Ein Viertel hat überhaupt kein Gerät oder eines, das es sich mit mehreren teilen muss.

- Die wichtigsten Wünsche der Befragten sind mehr Kontakt mit der Schule, Online-Sprechstunden, mehr Arbeitsmaterialien und ein Kleingruppen-Halbtag pro Woche in der Schule.

AK Präsidentin Renate Anderl fordert Schul-Öffnung

"Die Corona-Schulsperre muss bald aufgehoben werden – natürlich in einer Weise, die mit der Kontrolle des Coronavirus verträglich ist. Es geht nicht, dass Eltern zwischen Job und Schulerfolg der Kinder wählen müssen", sagt AK Präsidentin Renate Anderl. Bereits jetzt müssen Familien ihre Kinder zeitweise in die Schule schicken können, immer unter höchst möglichem Gesundheitsschutz und mit einem sinnvollen Betreuungsangebot (und nicht "Stillbeschäftigung"), so die Arbeiterkammer.

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