Wer in diesen Orten war, muss sofort in Isolation

Bundeskanzler Sebastian Kurz appellierte am Samstagvormittag an alle Österreicher: Anweisungen im Kampf gegen das Coronavirus seien zwingend einzuhalten.

"Ich möchte mich bei allen bedanken, die in der Krise ihren Beitrag leisten", so Kurz bei einer Pressekonferenz am Samstag. Gleichzeitig gab er bekannt, dass nach Ischgl, Kappl, See und Galtür sowie St. Anton am Arlberg nun auch Heiligenblut unter Quarantäne gestellt werden musste. Und: Besucher dieser Orte bekommen eine verpflichtende Heim-Quarantäne.

Alle Menschen, die seit 28. Februar in einem dieser Orte waren, müssen sich sofort für 14 Tage häuslich isolieren, so der Kanzler. Das gilt auch für alle Menschen, die mit einem Besucher dieser Orte Kontakt hatte. "Auch alle, die keine Symptome verspüren, sind gefährdet. Ich bitte eindringlich, diesen Anweisungen Folge zu leisten", so Kurz in seinem Appell.

Vier-Milliarden-Paket

Notwendig sei nun, "dass wir alle einen Beitrag dazu leisten, unsere Gesundheit und vor allem die älteren Menschen zu schützen". Diese Krise wird für einige "Leid, Krankheit und auch den Tod bedeuten", so der Kanzler. Die Krise ist aber auch mit wirtschaftlichen Sorgen verbunden, weswegen Kurz ein Vier-Milliarden-Paket zur Krisenbewältigung, einen Coronakrisenfonds präsentierte.

Der Fonds habe drei Ziele: Liquidität in den Unternehmen gewährleisten, Arbeitsplätze sichern, Härtefällen ganz besonders zu helfen. Auch ein neues Corona-Kurzarbeitsmodell werde umgesetzt. Bei kleinen und mittleren Betrieben, familiären Unternehmen und Co. werde es laut Vizekanzler Werner Kogler auch Direktzahlungen aus dem Fonds geben.

Auch Minister appellieren

Auch Gesundheitsminister Rudi Anschober und Innenminister Karl Nehammer rufen alle Personen, die sich seit 28. Februar 2020 in den betroffenen Regionen Paznauntal, St. Anton am Arlberg und Heiligenblut aufgehalten haben, dringend auf, sich in häusliche Selbstisolation zu begeben. Alle, die Kontakt hatten mit Personen, die in den Regionen waren, sollten sich ebenfalls selbst isolieren. Das gilt auch, wenn derzeit keine Symptome spürbar sind. Betroffen sind konkret Aufenthalte in den Gemeinden Ischgl, Kappl, See, Galtür, Heiligenblut und St. Anton am Arlberg.

"Schützen Sie andere Menschen, indem Sie sich selbst in Isolation begeben. Sie können damit dazu beitragen, das Virus nicht noch weiterzutragen und damit gefährdete Gruppen schützen", so Innenminister Karl Nehammer. "Falls Sie konkrete Symptome verspüren, wenden Sie sich bitte an die Hotline 1450. Bei allgemeinen Fragen steht ihnen die Nummer 0800 555 621 zur Verfügung. Die Gesundheitsbehörden stehen rund um die Uhr für Sie bereit", appelliert Gesundheitsminister Rudolf Anschober an die betroffenen Personen.

Maßnahmen gegen Finanzkrise

Der Einschlag im Wirtschaftsbereich kommt von unten nach oben, so Kogler. Im Gegensatz zur Finanzkrise von 2008 komme der Einschlag von unten, daher sei es wichtig den kleinen Unternehmen zu helfen. Kogler dankt Finanzminister Gernot Blümel für die "schnelle und umsichtige Bereitstellung" des Geldes. Es seien aber viele Ressorts für die Gegenmaßnahmen zuständig, nicht alle wären bei der Pressekonferenz repräsentiert.

Steuerstundungen werden akzeptiert, Mahnzinsen werden entfallen, kündigt Finanzminister Blümel an. Das Budget 2020 werde kein ausgeglichenes sein und vom "Sparen im System" sei keine Rede mehr. Es wird die "bittere Wahrheit" der Krise wiederspiegeln, so Blümel. Adaptierungen seien notwendig um drei Dinge sicherzustellen: Ausreichend Geld für Gesundheit, Arbeitsplätze müssen gesichert sein, Menschen müssen Fixkosten decken können. Blümel deutet auch einen Corona-Kurzarbeitszeitplan an, den die Sozialpartner noch vorstellen werden.

Das tägliche Leben sicherstellen

Das Geld zur Soforthilfe soll innerhalb von wenigen Tagen zur Verfügung stehen, so Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck. Die Maßnahmen, die getroffen wurden, seien die richtigen, so die Ministerin. Es gehe darum, das tägliche Leben sicherzustellen. Schramböck dankt all jenen, die in dieser schweren Zeit täglich Überstunden leisten. Sie tragen das Risiko und hätten es verdient, dass man ihnen hilft.

Unternehmen sollen Möglichkeit haben, die Mitarbeiter zu halten, aber dennoch bis zu 100 Prozent nach Hause zu schicken. Es werde auch einen Härtefonds für Familienbetriebe und kleine sowie mittlere Unternehmen geben.

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