Coronakranke Mutter schickte Sohn (15) Zigaretten holen

Die angeklagte Mutter am Landesgericht Wr. Neustadt
Die angeklagte Mutter am Landesgericht Wr. Neustadtprivat
Eine Mutter (57) aus NÖ erkrankte schwer an Corona, hatte keine Tschick mehr und schickte ihren Sohn (15) einkaufen. Nachbarn riefen die Polizei.

Eine 57-Jährige aus Niederösterreich war Ende November 2020 schwer an Corona erkrankt. Die Pflegerin hatte eine Lungenentzündung, verlor Geschmacks- und Geruchssinn. 

Polizei wartet vor Türe

Ihr damals 15-jähriger Sohn wurde mehrmals getestet, war stets negativ. Am neunten Tag der Quarantäne brauchte die Mutter Zigaretten und Brot, schickte ihren Bub los. Der 15-Jährige startete sein Moped und fuhr rund fünf Kilometer in den nächsten Supermarkt. Als er zurückkam stand schon die Polizei vor der Türe, Nachbarn hatten sofort nach der Abfahrt des Teenagers die Exekutive alarmiert.

Vor Gericht in Wr. Neustadt zeigten sich Mutter und Sohn (jetzt 16) geständig. "Ich habe nur eine Packung Toastbrot gekauft. Das hält nämlich länger", so der 16-Jährige. "Vor der Fahrt habe ich noch Fieber gemessen, mit Handschuhen und FFP2-Makse machte ich mich auf den Weg", so der junge Angeklagte. Zum Kauf der Zigaretten war es wegen des Polizeieinsatzes gar nicht mehr gekommen.

Mutter verurteilt

Die Mutter fasste drei Monate bedingte Haft aus, der Sohn wurde nicht verurteilt (nicht rechtskräftig). Das Gericht behält sich aber einen Beobachtungsraum von drei Jahren vor.

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