Coronavirus: Erster Fall in den USA festgestellt

Die Zahl der Infektionen mit dem neuen Coronavirus in China nimmt rapide zu. Am Dienstag wurden 77 neue Fälle gemeldet. Die Weltgesundheitsorganisation beruft ihren Notfallausschuss ein.

Die mysteriöse Lungenkrankheit breitet sich weiter aus. Auch außerhalb Chinas wurden Fälle bekannt. Sechs Todesfälle sind seit dem Ausbruch der Krankheit im Dezember bestätigt. Dienstagabend wurde bekannt: Die Infektion hat den Sprung über den Pazifik geschafft. In Seattle wurde der Erreger bei einem Reisenden aus China nachgewiesen.

Zahl der Infizierten noch viel höher?

Laut Einschätzung des renommierten chinesischen Experten Zhong Nanshan überträgt sich das Virus nicht nur von Tier zu Mensch, sondern auch von Mensch zu Mensch. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat deshalb ihren Notfallausschuss einberufen.

Insgesamt gebe es schon mehr als 200 Infizierte. Wie äußert sich die Krankheit? Es kommt zu hohem Fieber, Husten und einer Lungenentzündung, die zum Tod durch Lungenversagen führen kann. Zum ersten Mal wurde das Virus, das Forscherinnen und Forscher mittlerweile 2019-nCoV nennen, Ende Dezember 2019, nachgewiesen.

Die ersten Infizierten waren Verkäufer eines Fischmarktes in der zentralchinesischen Stadt Wuhan, auf dem auch noch andere Tiere verkauft wurden.

Die Zahl der Infizierten könnte laut Experten sogar noch viel höher sein, weil das Virus in vielen Fällen nur milde oder gar keine Symptome verursachen könne.

Es gehört wie Sars und das gelegentlich in Nahost auftretende Mers zur Familie der Coronaviren und befällt die Atemwege. Die Erkrankten stammen aus fast allen Altersgruppen, Männer und Frauen sind in etwa gleich häufig betroffen.

Virologe erwartet Fälle in Deutschland

Laut dem Deutschen Robert-Koch-Institut kann sich das neue Virus nur in Ausnahmefällen von Mensch zu Mensch übertragen, also einem wirklich engen Kontakt oder einem geschwächten Immunsystem des Infizierten.

Allgemein wird der Markt in Wuhan Infektionsquelle angenommen. Zwei infizierte Personen waren allerdings nie in in dieser Stadt und leben hunderte Kilometer entfernt in der Südprovinz Guangdong. Sie hatten aber Kontakt mit Angehörigen, die sich dort aufgehalten hatten.

Der deutsche Virologe Christian Drosten von der Berliner Charite geht davon aus, dass es auch Fälle in Deutschland geben wird. Derzeit ist in Europa aber noch keine Erkrankung nachgewiesen.

Die meisten Todesopfer in China haben an Vorerkrankungen gelitten und hatten ein geschwächtes Immunsystem. Alle Infizierten und Verdachtsfälle, die bislang aus anderen Ländern gemeldet wurden, hatten sich zuvor in Wuhan aufgehalten.

Bislang keine Reisebeschränkungen

Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes erklärte, dass nach derzeitigem Wissensstand vor allem ein Risiko für Regionen bestehe, die "viel Reiseverkehr" mit Wuhan hätten. Die WHO empfiehlt bislang aber keine Reisebeschränkungen.

Wie kann man sich vor einer Infektion schützen? Wer in Asien Märkte besucht, sollte verstärkt auf Hygiene achten. Händewaschen mit Seife reduziert die Keime. Antivirale Medikamente gegen Coronaviren gibt es derzeit keine. Patienten können nur symptomatisch und unterstützend behandelt werden.

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