Darum bieten viele Lokale im Lockdown kein Take-Away an

Im vergangenen Lockdown haben viele Lokale und Kunden die Take-away-Möglichkeit genutzt.
Im vergangenen Lockdown haben viele Lokale und Kunden die Take-away-Möglichkeit genutzt.Daniel González / Westend61 / picturedesk.com
Im vierten Lockdown ist das Take-away-Angebot der Wiener Lokale deutlich gesunken. Für viele Betriebe rentiere sich das Weiterkochen nicht.

Im vergangenen Lockdown haben viele Lokale in ganz Österreich auf Take-away-Angebote gesetzt. Man konnte bequem von zu Hause aus Speisen und Getränke bestellen und diese auch selbst abholen.

Im vierten Lockdown sind diese Angebote nun vor allem in der Wiener Gastronomie kleiner geworden. Viele Lokale, haben die Möglichkeit, Essen abzuholen, nun deutlich reduziert oder ganz gestrichen, berichtet "ORF Wien".

"Take-away-Euphorie vorbei"

"Die erste Take-away Euphorie ist vorbei", bestätigt Peter Dobcak, Gastronomie-Spartenobmann in der Wirtschaftskammer Wien. Das Weiterkochen ohne Gäste im Lokal rentiere sich für viele Betriebe nicht. Dobcak sieht dafür mehrere Gründe: "Die Kollegen sind draufgekommen, dass Take-away nicht gleich Take-away ist, denn es geht über das eigene Reservierungsbuch hinaus, heißt: Man muss sich eines Lieferdienstes bedienen und diese Lieferdienste verlangen 30 Prozent vom Umsatz und das geht sich mit der Kalkulation nicht mehr aus."

Die hohen Kosten durch die Lieferdienste sind einer der Hauptgründe für viele Gastronomen. Zum anderen geht es auch um die Förderungen, denn nur Betriebe, die 70 Prozent des Umsatzes im Vergleichszeitraum 2019 unterschreiten, bekommen Wirschaftshilfen.

Aufpassen wegen Förderungen

Bei Überschreitung fallen die Förderungen weg. "Das heißt, man muss ganz genau aufpassen, wenn man ein Take-away beginnt: Komme ich jetzt über die Grenze oder nicht kalkulatorisch, weil ich dann vielleicht wegen ein paar hundert Euro um die Förderung umfalle."

Viele Betriebe haben nachgerechnet und sind zum Entschluss gekommen, dass es sich nicht lohnt, wie auch eine Besitzerin eines Burgerlokals auf der Landstraßer Hauptstraße, Alexandra Psichos, bestätigt: "Wir müssen mindestens 30 Prozent weniger Umsatz haben, dass wir überhaupt in Frage kommen, gefördert zu werden. Das ist sich bei den meisten nicht ausgegangen."

Einige Lokale bieten mittlerweile ein reduziertes Essen-"to-go"-Programm mit nur wenigen Speisen an. Oder sie öffnen für Take-away nur mehr Freitag bis Sonntag.

"2Gplus wäre das Schlimmste"

Für die Zukunft sieht es derzeit nicht rosig aus. Die meisten Lokalbesitzer rechnen nicht damit, dass sie am 12. Dezember aufsperren dürfen. Auch eine eingeschränkte Lösung mit einer 2Gplus-Regelung sehen Gastronomen negativ.

"2Gplus wäre für uns in der Gastronomie wahrscheinlich das Schlimmste, was uns passieren kann – also das Zweitschlimmste. Das Schlimmste wäre, dass wir nie wieder öffnen", meint Hans Figlmüller.

Normale Betriebe mit Stamm- und Laufkundschaft würden "massivst leiden", ist er überzeugt. Alexandra Psichos befürchtet, dass nächstes Jahr etliche Lokale zusperren müssen. "Viele haben sich Überbrückungskredite genommen, aber jetzt sind wir in der Situation, dass wir die gar nicht bedienen können, weil wir zu haben und keine Umsätze machen." 

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