Darum erstrahlt das Wiener Rathaus heute in lila

Am 24.8. starten in Tokio die Paralympics. Als sichtbares Zeichen für Menschen mit Behinderung erstrahlen weltweit 125 Gebäude in lila. Auch in Wien.

Fünf Tage vor Beginn der Paralympischen Spiele in Tokio (24. August bis 5. September 2021) setzt das Internationale Paralypmische Committee gemeinsam mit weiteren internationalen Organisationen aus den Bereichen Sport, Menschenrechte, Politik, Wirtschaft und Kunst – darunter UNESCO, UN Human Rights, die Europäische Kommission, Special Olympics, das Internationale Sportkomitee für Gehörlose oder das Zero Project – ein sichtbares Zeichen für die rund 1,2 Milliarden Menschen mit Behinderungen weltweit.

Im Rahmen der Kampagne "WeThe15" (benannt nach dem Prozentsatz von Menschen mit Behinderung an der Weltbevölkerung) werden weltweit bekannte Gebäude und Wahrzeichen in lila Licht getaucht. Die Farbe Violet gilt als Zeichen für Inklusion, rund um den Globus werden heute, Donnerstag, über 125 ikonische Gebäude in den unterschiedlichen Zeitzonen in dieser Farbe erstrahlen.

Wiener Rathaus erstrahlt für 90 Minuten in der Farbe der Inklusion

Auch das Wiener Rathaus (City) beteiligt sich an der Aktion: Nach Ende der Filmvorführung dem Wiener Filmfestival am Rathausplatz wird das Gebäude von etwa 22.30 Uhr bis 24 Uhr lila leuchten.  Und ist damit in prominenter Gesellschaft, denn auch das Empire State Building in New York, der Skytree und die Rainbow Bridge in Tokio, das Kolosseum in Rom, das London Eye in London oder die Niagarafälle zwischen Kanada und den USA ändern für Menschen mit Behinderung die Farbe. 

#WeThe15 ist eine weltweite Kampagne für mehr Bewusstsein, Sichtbarkeit und Vertretung von Menschen mit Behinderungen. Die Kampagne zielt darauf ab, die Diskriminierung von Menschen mit Behinderung zu beenden und als globale Bewegung zu agieren, die sich öffentlich für die Sichtbarkeit, Zugänglichkeit und Inklusion von Behinderungen einsetzt. 

Kampagne als "Game-Changer" für Menschen mit Behinderung

"'WeThe15' möchte nicht weniger sein als die größte Bewegung für Menschen mit Behinderung, um die Inklusionsagenden weltweit in den Mittelpunkt zu stellen und einen längst überfälligen Unterschied zu machen. Die Paralympischen Spiele in Tokio sind der perfekte Startschuss, um ein weltweites Zeichen zu setzen und wir sind sehr froh, dass Wien sofort zugesagt hat, Teil dieser einzigartigen Kampagne zu sein, die ein echter Game-Changer für Menschen mit Behinderung sein wird“, erklärte die Präsidentin des Österreichischen Paralympic Committee (ÖPC) Maria Rauch-Kallat.

"Die Stadt Wien tut viel für Inklusion und Partizipation und hat sogar eine gewählte Vertretung für Menschen mit Behinderung. Von daher war es keine Frage, dass wir uns an 'WeThe15' beteiligen", erklärt der Wiener Sozial- und Sportstadtrat Peter Hacker (SPÖ). Sport sei ein großartiges Tool, um die Anliegen dieser 15 Prozent der Gesellschaft ins Rampenlicht zu rücken. "Außerdem freut es mich natürlich, dass sich unser Rathaus bei der Aktion in so prominenter Gesellschaft wiederfindet", so Hacker.

"Einzigartige Kraft" des Sports als Zugpferd für soziale Inklusion

Für 'WeThe15' haben sich das Internationale Paralympische Committee (IPC), die Special Olympics, die Deaflympics und die Invictus Games erstmals in der Geschichte zusammengeschlossen, um gemeinsam die einzigartige Kraft des Sports zu nutzen, ein globales Publikum anzusprechen und positive Veränderungen herbeizuführen.

Die vier Organisationen sollen in den nächsten Jahren ihre Veranstaltungen und die Athletinnen- und Athleten-Gemeinschaften nutzen, um das Bewusstsein und das Verständnis für die Probleme von Menschen mit Behinderungen auf der ganzen Welt zu stärken. Das IPC hat seine WeThe15-Aktivitäten vorerst bis zu den Paralympischen Spielen 2028 in Los Angeles ausgerichtet.

Bronze-Schwimmer der Paralympics 2016 sieht noch viel zu tun

Zufrieden mit den Fortschritten zeigt auch Schwimmer Andreas Onea (29), der in Tokio bereits seine vierten Paralympischen Spiele bestreiten wird. Er sieht aber noch viele zu tun: "Österreich hat sich in den letzten Jahren in Sachen Inklusion weiterentwickelt, es wurden nicht nur im Sportbereich viele wichtige Schritte gesetzt. Weltweit sind wir aber noch weit davon entfernt, diese 15 Prozent wirklich anzuerkennen und zu würdigen. Als Sportler bin ich auch Vorbild und weiß um meine Verantwortung, einerseits meine Leistungen und auch meine Stimme dafür einzusetzen, um die Wahrnehmung von Menschen mit Behinderung weiter zu verbessern und zu zeigen, was alles möglich ist", so der Sportler, der vor fünf Jahren in Rio de Janeiro die Bronzemedaille über 100 m Brust gewann.

Die Wienerin Janina Falk startet in Tokio erstmals bei den Paralympics. Die Vorfreude bei der Jüngsten im Paralympic Team Austria ist riesig: "Es wird sicher etwas ganz Großes! Ich habe mich sehr gut vorbereitet und kann es nicht erwarten, endlich bei den Paralympischen Spielen zu schwimmen, noch dazu mit meinem Vorbild Andreas Onea".

Die Paralympischen Spiele 2020 in Tokio werden am 24. August eröffnet, die Schlussfeier findet am 5. September statt. Dazwischen werden in 22 Disziplinen und 539 Bewerben Medaillen vergeben. 4.400 Athletinnen und Athleten gehen in Tokio an den Start, das Paralympic Team Austria umfasst 24 Sportler, davon sind sechs Frauen und 18 Männer.

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