Das können Gründe für einen unerfüllten Babywunsch sein

Unfruchtbarkeit kann für viele zur Belastungsprobe werden. Die Gründe dafür sind vielfältig und müssen vom Spezialisten abgeklärt werden.
Unfruchtbarkeit kann für viele zur Belastungsprobe werden. Die Gründe dafür sind vielfältig und müssen vom Spezialisten abgeklärt werden.iStock
Gründe für unerfüllten Babywunsch? Welche es geben kann, erklärt Gynäkologe Dr. Nikolaus Veit-Rubin des Instituts für Frauengesundheit, Santé Femme.

Welche ersten Steps muss man nehmen, um eine Diagnose zu stellen?

Dr. Veit-Rubin: "Zuerst einmal muss man sich ansehen, ob eine Unfruchtbarkeit seitens der Frau, des Mannes oder bei beiden vorliegt. Das ist für eine weitere Untersuchung oder Behandlung der Frau maßgeblich. Bei etwa 35 Prozent der Paare wird auch beim Mann ein Grund für die Unfruchtbarkeit gefunden, in ungefähr 8 Prozent der Paare liegt das Problem ausschließlich beim Mann.Da ein Spermiogramm sehr leicht durchzuführen ist, steht dieses am Beginn jeder Abklärung beim unfruchtbaren Paar. Eine urologische Untersuchung wäre bei einem pathologischen Befund erforderlich."

Welche Rolle können Hormone in puncto Unfruchtbarkeit spielen? 

Dr. Veit-Rubin: "Eine hormonelle Dysbalance kann zur Störung oder zum Ausbleiben des Eisprungs führen. Auch ein polyzystisches Ovaarialsyndrom, eine gesteigerte Produktion des Muttermilch-stimulierenden Hormons Prolactin sowie eine Unter- oder Überfunktion der Schilddrüse, können hier mitspielen. Auch starke körperliche Anstrengung, Spitzensport, Esstörungen sowie Tumore eine solche hormonelle Dysbalance verursachen."

Und wie kann man Hormonstörungen behandeln? 

Dr. Veit-Rubin: "Die hormonelle Abklärung und eine eventuelle Behandlung gehören unbedingt in die Hände eines Spezialisten. Eine Schilddrüsenunterfunktion kann z.B. leicht durch Gabe von Schilddrüsen-Hormon kompensiert werden. Nach einer Analyse des Zyklus der Patientin, können Luteinisierendes Hormon (LH) und Follikel-stimulierendes Hormon (FSH) einzeln oder kombiniert eingesetzt werden, um eine Eizelle heranreifen zu lassen. Weitere Substanzen, die oft zur Anwendung kommen, sind Clomifen und das humane Gonadotropin (HCG). Ersteres wirkt als natürliche Andockstelle für die weiblichen Hormone im menschlichen Körper."

Dr. Nikolaus Veit-Rubin
Dr. Nikolaus Veit-RubinSanté Femme - Institut für Frauengesundheit

Endometriose ist eine Krankheit, die in den letzten Jahren mehr Aufmerksamkeit bekommt. Wie kann sie die Fruchtbarkeit von Frauen beeinflussen? 

Dr. Veit-Rubin: "Unfruchtbarkeit kann bei Endometriose gegeben sein, wenn die dabei vorliegenden chronisch entzündlichen Veränderungen zB die Eileiter verkleben und/oder vernarben. Das verhindert die Wanderung und Befruchtung der Eizelle. Bei der Endometriose liegt Gewebe der Gebärmutterschleimhaut ausserhalb der Gebärmutter, eben zB an der Eileitern oder an den Eierstöcken, der äußeren Gebärmutter oder anderen Bauchorganen wie der Blase oder dem Darm.

Welche weiteren Probleme gibt es bei Unfruchtbarkeit?

Dr. Veit-Rubin: "Hier gibt es die Möglichkeit von Fehlbildungen oder Veränderungen der Gebärmutteroder des Gebärmutterhalses, der Cervix. Angeborene Fehlbildungen - doppelte Gebärmutter oder nicht ausgebildete Gebärmutter - sowie Polypen der Gebärmutterschleimhaut oder gutartige Tumore, die das befruchtete Ei an der Einnistung hindern."

Wie können Geschlechtskrankheiten den Babywunsch beeinflussen?

Dr. Veit-Rubin: "Geschlechtskrankheiten - wie zum Beispiel eine Chlamydien-Infektion - können Vernarbungen und Verklebungen an den Eileitern oder der Gebärmutter verursachen, die dem Kinderwunsch im Weg stehen."

Welche Rolle spielte das Alter der Frau? 

Dr. Veit-Rubin: "Bei einem 'Frühen Wechsel' vor dem 40. Lebensjahr kann es dazu kommen, dass die Eierstöcke weniger aktiv sind. Dies kann nach Strahlen- oder Chemotherapieauch der Fall sein, sowie bei Autoimmunerkrankungen oder genetischen Konstellationen (zB Turner Syndrom oder Fragile X)."

Dr. Nikolaus Veit-Rubin ist spezialisiert auf Urogynäkologie und operative Gynäkologie. Er ordiniert unter anderem im Institut für Frauengesundheit Santé Femme in Wien.

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