Der letzte Rekord von Opel

Der Rekord war als Limousine, Kombi oder Coupé über Jahrzehnte ein Erfolgsgarant für Opel. 1986 war damit Schluss.
Wir sitzen in einem der letzten gebauten Opel Rekord Caravan. Der Rekord E2 war das Ende einer ganzen Automobildynastie, der Nachfolger hieß Omega und konnte seinem Vorgänger bezüglich Erfolg nicht das Wasser reichen.

Während über 30 Jahren blieb der Opel Rekord seinen Grundtugenden treu: Preiswert, anspruchslos, außerordentlich zuverlässig und kein bisschen mondän. Kein Wunder, wirkte er immer ein wenig gar bürgerlich und normal, meilenweit entfernt von einem Alfa Romeo Alfetta oder einem Audi 100. Die robuste Technik aber hielt ein Autoleben lang, technische Experimente ging Opel mit dem Rekord keine ein.

Auf den ersten Olympia Rekord von 1953 folgten die Rekord-Modelle P1 und P2, dann wurde das Alphabet ab A bemüht. Mindestens ein, maximal sechs Jahre hielt Opel einer Generation die Treue, dann kam der nächste Wurf. Während sich das Design anfänglich im amerikanischen Stil noch alle Jahre leicht änderte, glichen sich die Jahrgänge späterer Version deutlich stärker, was den Werterhalt sicherte.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch. Aerodynamik und Geräumigkeit

Als 1977 der Rekord E (nachträglich E1 genannt) präsentiert wurde, standen Wirtschaftlichkeit und Praxisnutzen hoch im Kurs. Entsprechend wurde bei der Entwicklung viel Gewicht auf gute Raumausnutzung und eine verbesserte Aerodynamik gelegt. Manches wurde bei der Weiterentwicklung 1982 sogar nochmals verbessert.

Obwohl sich Rekord E1 und E2 sehr ähnlich sahen, war kaum ein Blechteil gleich geblieben. Das Heck lag etwas höher, die Front war aerodynamischer geworden. Ein Luftwiderstandsbeiwert von 0,36 war das gute Ergebnis. Das Interieur war mit Instrumenten aus der Senator/Monza-Baureihe aufgewertet worden. Die Materialien wirkten freundlicher, die Lärmisolierung war verbessert worden.

Außen gab es nun Kunststoff-Stossfänger, die auch leichte Rempler ohne bleibende Schäden überlebten. Und auf der Aufpreisliste gab es erstmals Aluräder.

Einer der wenigen Überlebenden

Der beliebte Kombi, bei Opel traditionell Caravan genannt, wurde gern von Handwerkern gekauft, denn seine robuste Natur und die großzügigen Platzverhältnisse waren echte Pluspunkte. An Extras, die es in der Opel-Preisliste in großer Auswahl gab, packten die knapp kalkulierenden Käufer meist wenig dazu. Und genau in diesem Sinne wurde wohl auch der fotografierte blaue Kombi, der fast wie durch ein Wunder im Originalzustand die Jahrzehnte überlebt hat, wohl als einer der Letzten seiner Art bestellt und am 1. Juli 1986 zugelassen.

Eine Fahrt im blauen Kombi ist eine erfreuliche Angelegenheit. Dass der Rekord E2 etwas in die Jahre gekommen ist, merkt man, wenn man in den Rückspiegel schaut, denn der tote Winkel ist scheunentorgroß, so dass der Kopf weit nach hinten gedreht werden muss, wenn man auf der Autobahn die Spur wechseln will.

Brave Technik

Ansonsten aber gelingt das Fahren mühelos, die vergleichsweise moderne Technik verhält sich brav und erwartungslaut. Weder das Wechseln der Gänge noch das Lenken verlangen nach besonderem Geschick oder überdurchschnittlicher Muskelkraft.

Laut ist der Rekord auch nicht, wenn man einmal von Reifenabroll- und Gepäckträger-Windgeräuschen absieht. Erfreulich: Der Opel begnügte sich auf unserer umfangreichen Probefahrt mit gerade einmal 8,5 Litern Bleifrei 95 auf 100 km, da kann man nicht klagen.

Weitere Informationen und Bilder zum Opel Rekord und seinen Vorgängern gibt es auf www.zwischengas.com. (jcg)

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