Der Nachtmodus des Smartphones hält länger wach

Laut einer neuen Studie sind die orangen Farbtöne auf Smartphones noch schlechter für euren Schlaf als das bisher für schädlich gehaltene Blaulicht.

Greift ihr abends im Bett auch nochmal zum Smartphone und scrollt vor dem Einschlafen kurz durch Insta und Co.? Das sei keine gute Idee, hieß es bisher. Denn die blauen Lichtanteile von Bildschirmen sollen dem Schlaf schaden. Die sogenannte Night-Shift-Einstellung, die mittlerweile auf neueren Geräten zu finden ist, versprach Abhilfe.

Beim Umstellen vom Tages- in den Nachtmodus verändern sich die kalten, blauen Farben zu warmen Orangetönen. Die Einstellung soll dabei helfen, besser zu schlafen. Eine neue Studie der University of Manchester soll jetzt genau das Gegenteil beweisen.

Innere Uhr richtet sich nach Sonne

"Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Verwendung von schwachem, kühlen Licht in der Nacht und hellem, warmem Licht am Tag vorteilhafter sein kann", sagt Studienleiter Dr. Tim Brown in der Erklärung zur Studie, welche an Mäusen durchgeführt wurde.

Unser Körper richte seine innere Uhr an Sonnenaufgang und Sonnenuntergang. Tagsüber scheint die Sonne warm, während die Dämmerung eher kühl und blau ist. Das heißt laut der Studie: Warmes Licht macht eher wach, während kühles Licht abends förderlich sein kann.

Helligkeit ist am schädlichsten

Nun stellt sich die Frage, woher die Smartphone-Hersteller ausgerechnet auf die Idee gekommen sind, den Nachtmodus so zu programmieren. "Der Idee ging definitiv eine wissenschaftliche Annahme voraus", sagt Dr. Tim Brown. Vor 20 Jahren wurde die Rolle von Melanopsin entdeckt. Melanopsin ist ein lichtempfindliches Protein im Auge, das Helligkeit erkennt und bei der Regulierung der inneren Uhr eine Rolle spielt.

Bisher sind Forschende davon ausgegangen, dass blaues Licht einen stärkeren Einfluss darauf hat. Das Problem dabei: Es wurde der Einfluss anderer Zellen in der Netzhaut unterschätzt, die für die Farberkennung im Auge zuständig sind. Der neue Forschungsstand widerspricht also dem, was bisher angenommen wurde. Im Endeffekt ist nämlich blaues Licht beruhigender als gelbes.

Die Studienautoren betonen aber auch, dass der Einfluss von blauem und gelbem Licht überschätzt wird. Viel stärkere Auswirkungen auf die innere Uhr habe nämlich die Helligkeit. Das nächste Mal, wenn euer Handy in den Nachtmodus schaltet, legt es also einfach ganz weg. Dann pennt ihr bestimmt am besten.

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