Die häufigsten Fehler beim Lüften

Zeitpunkt, Dauer, Fenster kippen Ja oder Nein: Das Lüftungsverhalten in Büros und Privatwohnungen verursacht nicht selten Streit. Dies müssen Sie beachten.
Sowohl am Arbeitsplatz als auch zu Hause sorgt Lüften oftmals für hitzige Diskussionen: Wie langen sollen die Fenster geöffnet werden? Was bringt Stoßlüften? Darf man das Fenster nicht einmal im Sommer gekippt lassen? Unten wird aufgezeigt, welche Fallen beim Lüften lauern.

1. Schlechtes Timing: Der richtige Zeitpunkt und die passende Dauer zum Lüften unterscheiden sich je nach Jahreszeit und Außentemperaturen. Im Winter ist der Gehalt an Luftfeuchtigkeit meistens niedrig und der Luftaustausch erfolgt schneller als in wärmeren Monaten, weswegen die Schimmelgefahr gering ist. Es drohen aber Energieverluste durch zu lange geöffnete Fenster, wobei die Wärme der geheizten Zimmer nach draußen entflieht. Deswegen sollte bei tiefen Temperaturen kurz und intensiv gelüftet werden. Sogenanntes Stoßlüften – das komplette Öffnen der gesamten Fensterflügel während fünf Minuten – ist empfohlen. Im Sommer darf das Lüften länger dauern: 20 bis 25 Minuten sind ideal, damit ein kompletter Luftaustausch stattfinden kann. Öffnen Sie die Fenster möglichst am frühen Morgen oder am späten Abend, wenn es draußen nicht so heiß ist. Nach dem Lüften sollten die Fenster wieder komplett geschlossen werden, damit die tagsüber warme Sommerluft nicht in das Haus eindringen kann. Im Frühling und Herbst herrscht Schimmelgefahr wegen des hohen Feuchtigkeitsgehalts in der Luft. Daher sollte in diesen Jahreszeiten mindestens dreimal am Tag zwischen zehn und 15 Minuten gelüftet werden.

2. Das Fenster kippen: Kippfenster kamen in den 1960er-Jahren auf und in den darauffolgenden Jahrzehnten stiegen die Energieverluste aufgrund permanent gekippter Fenster massiv an. Im Winter entweicht durch das geöffnete Fenster zu viel warme Luft, während im Sommer die heiße Außenluft in das Gebäude eindringt. Für die Sauerstoffversorgung ist es auch gar nicht nötig, das Fenster mehrere Stunden zu kippen. Wird abends richtig durchgelüftet, ist nachts kein offenes Fenster nötig für die Versorgung mit frischer Luft. Es gibt jedoch eine Ausnahme: Bei Außentemperaturen zwischen 16 und 18 Grad Celsius dürfen Sie die Fenster abends bis in die frühen Morgenstunden gekippt lassen, da dies die empfohlene Schlafzimmertemperatur ist und die Außenluft das Zimmer somit weder kühlt noch erwärmt.

3. Unabhängig vom Raumverwendungszweck lüften: Das richtige Lüftungsverhalten hängt stark von der Raumnutzung ab. Im Schlafzimmer sollten idealerweise maximal 18 Grad Celsius herrschen, während es in den übrigen Räumen zwei bis drei Grad Celsius mehr sein dürfen. Auch die Luftfeuchtigkeit spielt eine Rolle. Im Badezimmer und in der Küche gilt erst eine Raumluftfeuchtigkeit von 60 beziehungsweise 70 Prozent als zu hoch. Kochen und Duschen sorgen für einen Anstieg der Luftfeuchtigkeit und im Anschluss an diese Tätigkeiten sollte für einen raschen Luftaustausch quergelüftet werden. Das bedeutet, dass Sie zwei gegenüberliegende Fenster gleichzeitig öffnen und so Durchzug schaffen. Die feuchtigkeitsgeladene Luft aus Küche oder Bad wird nach draußen gezogen und trockenere Außenluft kann in das Zimmer eindringen. Dies funktioniert allerdings nur, wenn die Luft draußen nicht genauso feucht und schwül ist wie die Zimmerluft. Weil Sie im Dachgeschoss im Sommer mit höheren Temperaturen rechnen müssen, ist die Raumluftfeuchtigkeit meist etwas tiefer und in diesen Räumen kann daher auch im Sommer am Tag gelüftet werden.

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