"Das echte große Krabbeln"

Die Kleinsten sind hier echt die Größten!

Wer ein Problem mit Insekten hat, sollte jetzt nicht weiterlesen. Wobei, wenn sie ein Problem mit Insekten hätten, dann hätten sie nicht angeklickt…

Fabian J. Holzer
Die Kleinsten sind hier echt die Größten!
"Das echte große Krabbeln" auf Disney+
Disney

Vor mittlerweile 26 Jahren hat Disney/Pixar mit "Das große Krabbeln" in den animierten Mikrokosmos einer Ameisenkolonie entführt und und war dabei bei vielen Darstellungen der Anatomie unterschiedlicher Insekten überraschend detailreich, wenn man jetzt einige Vermenschlichungen vernachlässigt. Der Film von Kultregisseur John Lasseter war inhaltlich nichts anderen als eine "insektoide" Version von Akira Kurosawas "Die Sieben Samurai" von 1954, in dem eine kleine Gruppe Kämpfer ein ganzes Dorf vor dem Untergang beschützen musste. Somit basiert "Das große Krabbeln" auf dem selben Film wie der Westernklassiker "Die glorreichen Sieben". In allen drei Fällen konnten die Samurai bzw Cowboys bzw. Ammeisen ihre Feinde besiegen und das Dorf bzw die Kolonie retten. Doch das war alles nur Fiktion. Bei "Das echte große Krabbeln" (ab sofort auf Disney+) konnte man jetzt weitgehend auf (fast) alle Effekte verzichten, diese Wesen sehen alle tatsächlich so beindruckend und gleichzeitig befremdlich aus. 

Die sechs Episoden beschreiben das tatsächliche Alltagsleben unterschiedlicher Insekten in unterschiedlichen Lebensräumen. So werden etwa die Mikrokosmose von Mistkäfern und Akazienameisen in der afrikanischen Savanne beleuchtet, Feuerameisen und Monarchfalter in Texas, Prachtbienen und Blattschneideameisen in Costa Rica, britische Hummeln und New Yorker Sprungspinnen. Sie bemerken schon, Ameisen sind ein wenig überrepräsentiert, aber schließlich ging es im Original-"Das große Krabbeln" ja auch um Ameisen. Ist die sechsteilige Doku-Serie grauslich? Schon ein wenig. So ist etwa in der ersten Folge eine Stubenfliege zu sehen, die sich zuerst an einem Hundehaufen verköstigt und dann eine Zwischenlandung auf einem Burger macht. Diese Szene gibt einem tatsächlich zu denken. Aber abgesehen davon, sind die hier gezeigten Insekten überraschend putzig.  

Neueste Kameralinsen machen aus den bisherigen unscharfen dunklen Monstern plötzlich bunte kleine Helden:

Ein bisheriges Problem beim Abtauchen in die Welt der Insekten war die Optik. Bisher waren hauptsächlich gigantische Kameralinsen im Einsatz - sogenannte Makrolinsen -, die die Insekten zwar ins rechte Licht rücken konnten, aber wegen der fehlenden Tiefenschärfe nur unscharfe Umgebungen abgeliefert haben. Dadurch wirkten viele der Tiere wie wahre Monster, die von ihrer direkten Umgebung entkoppelt wurden. Bei "Das echte große Krabbeln" waren neueste "Schnorchellinsen" im Einsatz. Diese Speziallinsen sind nicht nur extrem lichtstark, sondern sie erlauben auch Weitwinkelaufnahmen, die dann nicht nur die Insekten, sondern auch ihre Umgebungen auf beeindruckende Art einfangen.  Soll heißen: Erstmals agieren scharfe und helle Insekten in einer scharfen und hellen Umgebung. 

Was in "Das echte große Krabbeln" zutage kommt, ist der tatsächliche Alltag von Insekten und der ist wirklich kein Honigschlecken, mit der Ausnahme von Hummeln und Bienen natürlich. Die Dokuserie zeigt mit noch nie erlebten Bildern einen niemals endenden Kampf der unterschiedlichsten Gattungen um das tägliche Überleben. Die kurzen Lebenserwartungen müssen ja ständig durch hohe Geburtenraten ausgeglichen werden. Und die Geburten von durchsichtigen Kakerlakenbabys sind dabei ähnlich faszinierend wie jene von Blattläusen-Klonen oder die Kämpfe von unterschiedlichen Ameisen-Spezies. In der englischen Originalversion wird "Das echte große Krabbeln" von Comedian Akwafina gesprochen, was die Show um einiges weniger staatstragend macht als die meisten anderen Naturdokus. Was die sechsteilige Show aber am Ende wirklich von allen anderen unterscheidet, sind die Bilder, die nun tatsächlich noch unrealistischer aussehen, als der Animationsfilm von 1998. Eine zweite Staffel ist bereits abgedreht und soll dann 2025 auf Disney+ laufen. 

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    Kim Kardashian schockiert ihre Fans mit ihren erschreckend dünnen Armen.
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