Die Seestadt Aspern nimmt Formen an!

Noch dröhnt der Baulärm über dem Wiener Stadtentwicklungsgebiet Seestadt Aspern: Bagger rollen über provisorische Straßen, alles ist mit Staub überzogen, Gitter statt Büsche säumen die Wege. Und auch der See, von dem die Seestadt ihren Namen hat, wird erst Mitte 2015 fertig. Kommt man mit der U2 an der Endstation Seestadt an, sieht man emsige Arbeiter, inmitten des Chaos aber auch Hunderte Mieter, die nach und nach die ersten fertigen Wohnhäuser beziehen.

Noch dröhnt der Baulärm über dem Wiener Stadtentwicklungsgebiet , von dem die Seestadt ihren Namen hat, wird erst Mitte 2015 fertig. Kommt man mit der U2 an der Endstation Seestadt an, sieht man emsige Arbeiter, inmitten des Chaos aber auch Hunderte Mieter, die nach und nach die ersten fertigen Wohnhäuser beziehen.

Mit dem nahenden Winter kehrt erst einmal zusehends Ruhe ein, ehe die Bautätigkeiten im Frühjahr wieder voll anlaufen. Richtig fertig wird die Seestadt Aspern erst 2030 sein. "Es ist uns bewusst, dass wir noch mit ein paar Belastungen rechnen müssen", erklärten viele Neuankömmlinge in der Seestadt, die im Herbst die ersten fertigen Wohnhäuser bezogen haben. Dennoch überwog die Vorfreude über einen Platz in einem der aktuell größten Stadtentwicklungsgebiete Europas.

Belastungen heißt vor allem: Lärm, Staub und noch fehlende Infrastruktur. Obwohl die ersten Geschäfte und Restaurants bereits Stellung beezogen haben. "Am Ende hat ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und das gute Umfeld mit der U-Bahn vor der Haustüre überzeugt", berichtet eine Jungfamilie "Heute.at". Bis Ende des Jahres werden etwa 420 Wohneinheiten des Projekts "JAspern" fertig, rund 900 Menschen werden bis dahin zum Hannah-Arendt-Park übersiedelt sein.

"Schwierig war vor allem die Größe des Stadtentwicklungsprojekts, die Seestadt ist immerhin so groß wie der 7. und der 8. Bezirk zusammen. Wir können daher nicht nur Wohnungen hierherbauen, sondern müssen auch die verkehrstechnische und soziale Infrastruktur bereitstellen", meinte Wohnbaustadtrat Michael Ludwig (SPÖ) im September anlässlich der ersten Wohnungsübergaben.

"Das ist sicher die einzige europäische Baustelle, wo schon die Bauarbeiter mit der U-Bahn zur Arbeit fahren können", sagte Ludwig weiter. Derzeit fährt jede zweite U2 bis zur Endstation Seestadt. Bis 2030 wird sich das ändern - dann sollen auf dem 240 Hektar großen Areal 10.500 Wohnungen entstanden sein und 20.000 Menschen wohnen. Gebaut werden sowohl freifinanzierte, geförderte oder eben von Baugruppen entworfene Wohneinheiten.

Preisgünstige Wohnungen und Klimaschutz

Im Rahmen der Wiener Wohnbauinitiative werden rund 1.600 preisgünstige Wohnungen errichtet. Zwei   Projekte entlang des Yella-Hertzka-Parks der Seestadt mit insgesamt 83 Wohnungen sind bereits fertig. Ludwig: "Von der Stadt Wien werden diese Wohnungen mit günstigen Darlehen im Umfang von fünf Millionen Euro unterstützt, eine Fortsetzung der Wohnbauinitiative mit 1.400 weiteren preisgünstigen Wohnungen ist in Planung."

40 Prozent Radfahren und Gehen, 40 Prozent öffentlicher Verkehr und nur 20 Prozent Autoverkehr. Das ist der "Modal Split", mit dem die Seestadt auch ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten und vor allem eines sein will: eine lebenswerte, intelligente Stadt des 21. Jahrhunderts. Die Auszeichnung mit dem VCÖ-Mobilitätspreis in der Kategorie "Wohnen" zeigt, dass die Seestadt als nachhaltiges Stadtentwicklungsprojekt auch in Sachen Mobilität eine Vorreiterrolle einnimmt.

Schlüsselfaktor Verkehr

Ein Schlüsselfaktor für die nachhaltige Mobilität ist die Verkehrsanbindung. Das gilt insbesondere für das öffentliche Verkehrsnetz, das aus U-Bahn, Straßen-, Schnell- und Regionalbahnen sowie mehreren Buslinien besteht. Damit die Kombination aus Radfahren, Gehen und der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel attraktiv ist, braucht es neben guter Nahversorgung vor allem nahtlose Übergänge. Teil des asperner Mobilitätskonzeptes ist daher etwa die Seestadt Flotte, ein Fahrradverleihsystem mit sechs Stationen in das auch E-Bikes und Lastenräder integriert sind.

Gleichzeitig hat sich die Seestadt zum Thema Autoverkehr einiges überlegt. Auf der Straße herrscht das Prinzip "fair teilen", auf fast allen Straßen gilt Tempo 30. Baumreihen, Grünstreifen und belebte Erdgeschoßzonen sollen für eine hohe Aufenthaltsqualität sorgen. Auch der ruhende Verkehr wird anders bewältigt als in herkömmlich organisierten städtischen Bereichen.

So sind pro Haushalt nur 0,7 Parkplätze vorgesehen. Sammeltiefgaragen gewährleisten, dass der Autoverkehr außerhalb der Wohngrätzel bleibt. Für das erste Quartier sind davon sechs mit insgesamt 1.900 Parkplätzen vorgesehen. Auch an der Oberfläche gibt es im Straßenraum ein reduziertes Angebot an Parkplätzen, größtenteils in Kurzparkzonen.

Seite 2: Einkaufsstraße, Bildungscampus, Seestadt-Hotel!

Eigene Einkaufsstraße

Im Sommer 2015 ist dann das erste komplette Quartier inklusive Einkaufsstraße, Schulcampus, Parks sowie Straßen und Wegen fertiggestellt und mit städtischem Leben erfüllt. In der ersten Besiedelungsphase werden auch rund 300 Studierende das GreenHouse, ein Wohnheim im Passivhaus-Standard, beziehen. Neben "JAspern" und der Wiener Wohnbauinitiative realisieren noch weitere vier Baugruppen ihre Gemeinschaftsprojekte in der Seestadt.

Eigener Bildungscampus

Eines der zentralen Bedürfnisse von Jungfamilien, nämlich gut erreichbare Kinderbetreuung, ist in Aspern ab dem Frühjahr 2015 mit zwei privaten Kindergartengruppen abgedeckt. Mit Beginn des Schuljahres 2015/16 geht am Hannah-Arendt-Park der erste Teil des städtischen Bildungscampus mit einem Kindergarten der MA10 in Betrieb. Zugleich wird es dort auch eine Ganztagsvolksschule und ein Zentrum für Kinder mit besonderen motorischen Bedürfnissen geben. Am Hannah-Arendt-Park entsteht in weiterer Folge ein Bundesschulzentrum mit AHS und BHS für rund 1.100 Kinder und Jugendliche.

Firmenansiedlungen

Östlich und westlich der U-Bahntrasse, angrenzend an das Betriebsgelände von Opel Austria, sind zwei Großbetriebe am Start. Bis Sommer 2015 errichtet das gemeinnützige Unternehmen Wien Work Werkstätten, Großküche und Büros für bis zu 600 Beschäftigte.

Während hier die Rohbauten schon in die Höhe wachsen, laufen noch die Bauvorbereitungen für den neuen Unternehmensstandort des internationalen Technologie-Players Hoerbiger, der bis Anfang 2016 ebenfalls rund 600 Arbeitsplätze in den Bereichen Produktion, Administration sowie Forschung und Entwicklung auf einem modernen Campus ansiedeln wird.

Eigenes Hotel in der Seestadt

Ab 2015 kommt mit dem Seeparkquartier - zwischen der U-Bahn-Endstation "Seestadt" und der Maria-Tusch-Straße - ein weiterer neuer Hotspot dazu. Hier realisiert die Kerbler Gruppe zwei "Leuchtturmprojekte": Einen modernen Bürocampus mit zwei Gebäuden in anspruchsvollem Holzmischbau und grünem Innenhof sowie ein Hotel-Büroturm. Die BUWOG entwickelt 250 freifinanzierte Eigentumswohnungen mit Seeblick. Die Wohnungen können voraussichtlich Ende 2017 bezogen werden.

Seite 3: Key-Facts zur Seestadt und die Entwicklung bis 2028!

Key-Facts zur Seestadt Aspern:

- Sie wird ein neuer, multifunktionaler Stadtteil – mit hochwertigen Wohnungen und großzügen Flächen für Büros, Produktions- und Dienstleistungsunternehmen, Wissenschaft, Forschung und Bildung.

- Die Seestadt entsteht im 22. Wiener Gemeindebezirk im Nordosten Wiens – mit Anbindung an die Bahnhöfe, Flughäfen und Stadtzentren der Twin Cities Wien und Bratislava.

- Auf einer Gesamtfläche von 240 Hektar (das entspricht etwa 340 Fußballfeldern) entstehen Neubauten mit einer geplanten Bruttogeschoßfläche von mehr als 2,2 Mio. m² für mehr als 20.000 Menschen und 20.000 Arbeitsplätze.

- Insgesamt 4 Mrd. Euro werden in die Entwicklung investiert.

- Bis 2016 entstehen rund 2600 Wohneinheiten für rund 6.000 Menschen und 2000 Arbeitsplätze.

- 4000 m² Fläche für Geschäfte, Lokale und Kleingewerbe entstehen in der ersten Einkaufsstraße der Seestadt im Süden mit zentralem Management.

- Bildungscampus der Stadt Wien: 11-gruppiger Kindergarten, 17 Klassen Ganztagsvolksschule, Schule mit 8 Klassen für Kinder mit besonderen motorischen Bedürfnissen (Fertigstellung 2015, Investitionsvolumen ca. 23 Mio. Euro); Bundesschulgebäude mit 28 Klassen AHS, 13 Klassen berufsbildende Schule (bis 2016)

- Der fünf Hektar große See bildet mit dem fast ebenso großen Seepark das Herz der Seestadt; fast 50 Prozent der Grundfläche in der Seestadt nehmen qualitätsvolle öffentliche Räume (Erholungsräume, Plätze, Straßen und Wege) ein.

- Verkehr: U-Bahnlinie U2 mit zwei Stationen ("Aspern Nord" und "Seestadt"), Busse, Straßenbahn, Bahn (Schnellbahn/Regionalbahn S80/R80, ÖBB Intercityanbindung Bratislava). Innerhalb der Seestadt genießen umweltfreundliche Verkehrsformen sowie Fußgeher und Radfahrer Vorrang, Autos werden in Sammelgaragen geparkt.

- Außerhalb der Seestadt werden motorisierte Verkehrsteilnehmer durch eine Park & Ride-Anlage sowie zwei Anschlüsse an das hochrangige Netz via eine leistungsstarke Stadtstraße und die Spange S1 profitieren.

Die weitere Entwicklung in Etappen bis 2028:

- Etappe 2 (2017 bis 2022): Weitere Wohn- und Mischquartiere und das Bahnhofs- und Büroviertel entstehen. Der Bahnhof sowie die Anschlüsse an eine leistungsstarke Stadtstraße und die Spange S1 werden realisiert.

- Etappe 3 (ab 2022): An den Bahnhof, die Einkaufsstraße und die U-Bahntrasse angrenzende Gebiete werden weiter verdichtet, der Nutzungsmix wird optimiert.

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