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"Migranten sollen Zigarettenstummel aufsammeln"

Dänemark will Migranten künftig zu einer 37-Stunden-Arbeitswoche verpflichten, wenn sie staatliche Unterstützung erhalten wollen.

Marlene Postl
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Die dänische Premierministerin Mette Frederiksen will einen neuen Kurs einschlagen.
Die dänische Premierministerin Mette Frederiksen will einen neuen Kurs einschlagen.
LISELOTTE SABROE / AFP / picturedesk.com

Die dänische Premierministerin Mette Frederisken schlägt einen neuen Kurs in der Migrationspolitik ein. Einwanderer, die seit drei bis vier Jahren oder länger in Dänemark leben und noch nicht ausreichend gut Dänisch sprechen, sollen künftig 37 Stunden pro Woche arbeiten. Zielgruppe des angekündigten Novums sollen vor allem Frauen "nicht westlicher Herkunft" sein. Sie seien diejenigen, die jahrelang von staatlicher Unterstützung leben, "ohne etwas sinnvolles zu leisten". 

Welche Qualifikationen Zuwanderer haben, soll irrelevant sein. Arbeitsminister Peter Hummelgaard berichtet, die Beschäftigung könnte alles von einer Bürotätigkeit bis hin zum Aufsammeln von Zigarettenstummeln am Strand sein. 

"Null Asylbewerber in Dänemark" als Ziel 

"Wir möchten eine neue Arbeitslogik einführen, bei der die Menschen etwas beitragen müssen. Wenn sie keine Arbeit finden, müssen sie sich ihre Unterstützung anders verdienen. Wir haben zu lange nichts von den Leuten verlangt, damit haben wir ihnen keinen Gefallen getan", erzählt die Premierministerin den dänischen Medien. 

Die Neuerung soll dabei helfen, Einwanderer besser zu integrieren, erntete aber heftige Kritik. Dänemark betreibt in der EU inzwischen einen der härtesten Kurse in der Migrationspolitik mit einem Ziel, möglichst keine Ressourcen mehr für Asylanträge aufzuwenden.