Dieses Land zahlt 7.500 Euro – wenn man aufs Land zieht

Japanische Familien bekommen viel Geld von der Regierung, wenn sie von Tokio aufs Land ziehen.
Japanische Familien bekommen viel Geld von der Regierung, wenn sie von Tokio aufs Land ziehen.Getty Images/iStockphoto
Japans Bevölkerung ist eine der ältesten der Welt. Nun versucht die Regierung, die Bevölkerung mit dicken Geldboni zum Kinderkriegen zu animieren.

Zuletzt wurde bekannt, dass China das erste Mal seit 60 Jahren einen Bevölkerungsrückgang zu verzeichnen hatte. Angesichts der alternden Bevölkerung könnte ein weiterer Rückgang katastrophale Auswirkungen haben – "Heute" berichtete. Nun versucht ein weiteres großes, asiatisches Land gegen die niedrigen Geburtenraten und ein verheerendes Altern der Gesellschaft anzukämpfen.

Japan ist mittlerweile eine der ältesten Gesellschaften der Welt – das Durchschnittsalter liegt bei 49 Jahren, weltweite Spitze nach dem Kleinstaat Monaco. Daher versucht der japanische Ministerpräsident Fumio Kishida nun, die sinkende Geburtenrate mit hohen Investitionen zu bekämpfen: "Unsere Nation steht am Scheidepunkt, ob sie ihre gesellschaftlichen Funktionen aufrechterhalten kann", sagte er am Montag in einer Rede im Parlament. 

Globale Gefährdung

"Wenn es um die Geburten- und Erziehungspolitik geht, heißt es jetzt oder nie – das ist ein Thema, das einfach nicht länger warten kann." Die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt versucht daher, ihre Bevölkerung mit Geldprämien und besseren Sozialleistungen zum Kinderkriegen zu animieren, doch bisher mit mäßigem Erfolg. 

Das Hauptproblem besteht darin, dass Japan eines der teuersten Länder der Welt ist, um ein Kind aufzuziehen. Nur in China und Südkorea kommen noch höhere Kosten auf angehende Familien zu. Auch diese Länder verzeichnen einen Bevölkerungsrückgang: Aus globaler Sicht ein beunruhigendes Zeichen, tragen diese Länder doch unfassbar viel zur weltweiten Konjunktur bei. 

Dicker "Umsiedelungsbonus" für Familien

Doch Kishida gibt nicht auf: Er kündigte nun an, bis Juni Pläne zu präsentieren, die das Budget für kinderbezogene Maßnahmen verdoppeln sollen. Weiters soll im April eine neue Regierungsbehörde für Kinder und Familien eingerichtet werden.

Weitere, unübliche Maßnahmen sollen den ländlichen Bereich vor Überalterung retten, da Junge sehr stark in die wachsenden Städte abwandern. So bietet die Regierung Familien, die aus Tokio ans Land ziehen pro Kind eine Million Yen (fast 7.500 Euro). Laut "Guardian" verdreifacht die Regierung also den bisherigen "Umsiedelungsbonus". Junge Familien sollen den ländlichen Bereich wiederbeleben und den mit 35 Millionen Einwohnern überbevölkerten Großraum Tokio entlasten.

Sollten die angekündigten und zukünftige Maßnahmen nicht fruchten, könnte die Bevölkerung aktuellen Statistiken zufolge in den kommenden 45 Jahren um ein Drittel zurückgehen.

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