Dürfen Hunde mit ins Büro?

Wer seinen Hund an den Arbeitsplatz mitnehmen will, muss zuerst die Erlaubnis des Chefs einholen. Rechtlich ist das Thema Tiere im Büro eine Grauzone. "Heute.at" und der Arbeitsrechtsexperte der AK Wien, Günter Köstelbauer bringen Licht ins Dunkel. Wie sehen Sie dieses Thema?

Wer seinen Hund an den Arbeitsplatz mitnehmen will, muss zuerst die Erlaubnis des Chefs einholen. Rechtlich ist das Thema Tiere im Büro eine Grauzone. "Heute.at" und der Arbeitsrechtsexperte der AK Wien, Günter Köstelbauer bringen Licht ins Dunkel. Wie sehen Sie dieses Thema?

Sie sind berufstätig, gleichzeitig aber auch Tierbesitzer und stehen vor dem Problem, wo sie ihren Liebling während der Arbeitszeit unterbringen sollen. Wenn sich weder Nachbarn oder Verwandte um Ihren Hund kümmern können, muss der Vierbeiner in vielen Fällen ins Büro mitgenommen werden.

In jedem Fall bedarf dies aber dem Einverständnis des Chefs und auch der Zustimmung der unmittelbaren Mitarbeiter. "Das Einverständnis des Arbeitgebers einzuholen, ist Grundvoraussetzung", sagt Günter Köstelbauer, Arbeitsrechtsexperte bei der Arbeiterkammer Wien im Gespräch mit "Heute.at".

Anfragen steigen

"Generell ist dieses Thema im Arbeitsrecht aber nicht geregelt, obwohl die Anfragen an uns zu diesem Thema steigen. Man könnte im Moment sagen, dass erlaubt ist, was nicht verboten ist. Alles ist Vereinbarungssache."

Oft sind Hunde im Büro explizit erwünscht, weil sie eine Funktion erfüllen. Darunter fallen etwa Blinden- und Polizeihunde oder Tiere, die für eine Therapie benötigt werden.

Der Chef entscheidet

Bei einem Verbot von Haustieren im Unternehmen könne ein Arbeitnehmer, der seinen Hund trotzdem mitbringt, ermahnt werden. Ein mehrmaliger Verstoß würde im schlimmsten Fall sogar zu einer Entlassung führen. Deshalb sollten Sie sich die Erlaubnis, Ihr Tier ins Büro mitnehmen zu dürfen, schriftlich geben lassen, um sie notfalls vorweisen zu können.

Anders gelagert ist die Sache, wenn Kollegen eine Allergie oder Angst vor Hunden haben. Da hilft es auch nicht, wenn der Besitzer eine hundefreundliche Zone einrichtet. Oft sind Hunde aber selbst dann erlaubt, weil der Chef selbst einen hat. In diesem Fall bleibt so manchem Mitarbeiter dann nichts anderes übrig, als die Firma zu verlassen.

"Wir hatten einen Fall, wo ein Mitarbeiter zehn Jahre in einem Betrieb war und dann plötzlich eine Tierallergie bekam", erzählt Köstelbauer. "Da der Chef aber Hunde hatte, musste er das Dienstverhältnis lösen, denn der Chef bestimmt in diesem Fall die Richtung."

Google erlaubt Hunde weltweit

Auf der anderen Seite sind Tiere in vielen Firmen aus psychologischen Gründen wichtig. Aquarien haben in Arztpraxen zum Beispiel eine beruhigende Wirkung auf die Patienten. "Wir hatten in der Arbeiterkammer vor Jahren eine zugelaufene Katze", berichtet der AK-Experte. "Die Besucher freuten sich darüber. Das war ein psychologischer Faktor.

Der Google-Konzern ist übrigens weltweit bekannt für seine "dog policy" und erlaubt Mitarbeitern den eigenen Hund am Arbeitsplatz. Man ist bei Google überzeugt, dass Hunde dem Joballtag gut tun.

In Wien setzt sich das , für die unter anderem Schauspielerin Monika Weinzettl wirbt.

Tipps der Redaktion zum Thema Tiere im Büro:

- Besprechen Sie das Thema schon im Vorfeld mit den Kollegen

- Gehen Sie sicher, dass kein Kollege an einer Tierallergie leidet

- Achten Sie darauf, dass genügend Platz zur Verfügung steht

- Gassi gehen während der Arbeitszeit ist nicht erlaubt

- Das Tier muss ordentlich erzogen sein

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