"Walk of Shame" für Ungeimpfte an Wiener Uni

Die WU Wien führt eine Fast Lane für Geimpfte und Genesene ein.
Die WU Wien führt eine Fast Lane für Geimpfte und Genesene ein.Wikipedia
Fast Lane für Geimpfte, Eintrittkontrolle für Ungeimpfte: Die Wiener WU führt ein Impf-Pickerl ein, die Freiheitlichen Studenten schäumen.

An der Wirtschaftsuniversität Wien in Wien-Leopoldstadt gilt die 2,5G-Regel, kontrolliert wird beim Teaching Center. Rein darf nur, wer geimpft, genesen oder PCR-getestet ist. Rund 80 Prozent der Studierenden sind laut WU geimpft. Um ihnen das Anstellen vor den Lehrveranstaltungen zu ersparen, wird ein neues Eintrittssystem mit "Fast Lane Stickern" für geimpfte Studenten eingeführt. Ungeimpfte Studenten erhalten keine dieser Sticker und müssen sich beim Eintritt weiterhin anstellen. Seit Montag werden die Pickerl an Berechtigte verteilt.

RFS: "öffentliche Brandmarkung Ungeimpfter"

Die Pickerl seien ein Service für die Studierenden und brächten Erleichterungen beim Eintritt, heißt es gegenüber "Heute" von der Wirtschaftsuni. Der Ring Freiheitlicher Studenten (RFS) sieht darin aber eine "öffentliche Brandmarkung Ungeimpfter".

RFS Bundesobmann Matthias Kornek: "Die Corona-bedingte Zweiklassengesellschaft wird an den Hochschulen immer weiter ausgebaut. Während man an medizinischen Universitäten in Innsbruck oder Graz als Ungeimpfter gar nicht mehr studieren darf, wird man an der WU mit dem Schlangestehen vor dem Gebäude öffentlich als Ungeimpfter gebrandmarkt und benachteiligt. Hier hat man sich offenbar Deutschland zum Vorbild genommen, wo ähnliche Kennzeichnungsmodelle mit Armbändern bereits zu Semesterbeginn eingeführt wurden. Was vor wenigen Monaten noch wüste Verschwörungstheorien waren, wird immer mehr zur Realität."

WU leiste "der gesellschaftlichen Spaltung Vorschub"

Auch RFS WU Obmann Manuel Litzke zeigt sich über diese Entwicklung bestürzt: "Dass ungeimpfte Studenten beim Eingang zur Universität separiert und vor den Augen aller kontrolliert werden, ist in gewisser Weise auch entwürdigend. Da bereits 80 Prozent der Studenten geimpft sind, fallen Ausnahmen natürlich sofort negativ ins Auge. Die WU sorgt damit nicht für eine Normalisierung, sondern leistet der gesellschaftlichen Spaltung Vorschub."

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