So viele Kinder gehen in Deutsch-Förderklassen

Bildungsminister Heinz Faßmann ist zufrieden mit den ersten Zahlen zu den Deutsch-Förderklassen.
Bildungsminister Heinz Faßmann ist zufrieden mit den ersten Zahlen zu den Deutsch-Förderklassen.Bild: Denise Auer
Seit einem Semester gibt es die - nicht unumstrittenen - Deutsch-Förderklassen in Österreich. Neue Zahlen erlauben eine erste Bilanz dazu.

Wie funktionieren sie jetzt eigentlich, die neuen Deutsch-Förderklassen? Schon vor Einführung heftig umstritten, gibt es sie jetzt nun seit einem Semester.

Im "Ö1"-Morgenjournal hörte man am Freitag erste Zahlen, der zuständige Minister ist damit zufrieden.

In Wien am meisten Schüler

Zum Start begannen österreichweit insgesamt 9.800 Kinder ihr Schuljahr in einer Deutsch-Förderklasse. Den größten Anteil hat Wien, mit 5.500 Kindern.

Da aus den übrigen Bundesländern noch keine Zahlen vorliegen, bezieht sich die erste Bilanz nur auf Wien: 15 Prozent der 5.500 Wiener Förderklassler konnten schon nach einem Semester in ihre normale Regelklasse wechseln. Das sind rund 800 Kinder.

"Ich sehe das System wurde insgesamt angenommen und auch verstanden", zeigt sich Bildungsminister Heinz Faßmann zufrieden.

Großteil braucht länger als ein Semester

Die Zahlen bedeuten aber auch: 85 Prozent jener, die am Anfang des Schuljahres nicht gut genug Deutsch konnten, werden in den Förderklassen bleiben. Auch dem kann der Minister etwas Positives abgewinnen.

Faßmann sagt dazu gegenüber "Ö1": "Würden sehr viele nach bereits einem Semester die Deutsch-Förderklasse verlassen, weil man sagt, die können genügend Deutsch, dann würde man vielleicht auch skeptisch sein. Kann man in einem Semester wirklich genug Deutsch lernen?"

Ob jemand genug Deutsch kann, um dem normalen Unterricht zu folgen, das beurteilen derzeit noch die jeweiligen Direktorinnen oder Direktoren. Ein standardisierter Test, der das landesweit leicht vergleichbar machen soll, ist noch nicht fertig.

So läuft es ab

Kinder, die nicht gut genug Deutsch können um dem Unterricht zu folgen, werden in einer getrennten Klasse nach einem eigenen Lehrplan unterrichtet. Sobald sie genug Deutsch können, kommen sie wieder in die "normale" Regelklasse.

Und auch wenn Schüler dann in den normalen Unterricht gewechselt haben, erhalten sie zunächst spezielle Deutschförderung. Auch dazu gibt es Zahlen: Die Anzahl der Kinder die dies brauchen ist zuletzt auch um rund 13 Prozent gesunken. (csc)

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