Erstes EU-Land verbietet kurze Inlandsflüge

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Besteht eine gute Verbindung zweier Städte mit dem Zug, darf auf dieser Strecke künftig nicht mehr geflogen werden.

"Zug statt Flug" ist das künftige Motto in Frankreich. Obwohl das Land über sieben Mal so groß ist wie Österreich werden dort nun kurze Inlandsflüge verboten. Grund ist das neue Klimaschutzgesetz.

Doch das war keinesfalls unumstritten. Im Ranking der längsten Debatten im französischen Parlament belegt es einen Spitzenplatz. Herausgekommen ist dabei eine Vorschrift, die alle Flugverbindungen verbietet, die auch in unter 2,5 Stunden Fahrtzeit mit dem Hochgeschwindigkeitszug TGV zurückzulegen sind.

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Schlechter Kompromiss

Eine Bürgerversammlung erarbeitete eigentlich über 150 Maßnahmen, um die Emissionsziele zu erreichen. Schlussendlich wurden 70 davon in das Gesetz aufgenommen. Ursprünglich war eine zumutbare Reisezeit von vier Stunden darin vorgesehen.

Neben dem Verbot kurzer Inlandsflüge wurde auch ein neuer Straftatbestand geschaffen: jener des Ökozids. Besonders schwere Schädigungen der Umwelt sind künftig mit hohen Geldstrafen bedroht, teilweise sind sogar Freiheitsstrafen von bis zu zehn Jahren möglich.

Wie der "Spiegel" berichtet, macht die aktuelle Lösung keine der beiden Seiten so richtig zufrieden. Klimaschützern geht sie nicht weit genug, liberale und konservative wollen überhaut keine Eingriffe. Der Kompromiss auf 2,5 Stunden führt nun dazu, dass durch die kurze Strecke kaum CO2-Emissionen eingespart werden – weniger als ein Prozent des Jahreshaushalts.

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