Kurz macht das Thema Arbeit zur Chefsache

Nun will Bundeskanzler Kurz (ÖVP) die Sicherung von Arbeitsplätzen in den Fokus der nächsten Monate setzen. Damit will er gleich am Dienstag in Oberösterreich beginnen.
Nun will Bundeskanzler Kurz (ÖVP) die Sicherung von Arbeitsplätzen in den Fokus der nächsten Monate setzen. Damit will er gleich am Dienstag in Oberösterreich beginnen.
(Bild: picturedesk.com)
Mit der derzeitigen Corona-Situation geht eine schwierige Lage am Arbeitsmarkt einher. Die Sicherung von Arbeitsplätzen steht nun im Kanzler-Fokus.

In Österreich wurde in den letzten Tagen die Marke von 1.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden geknackt – ob der Trend weiterhin so bleibt, wird sich in nächster Zeit herausstellen. Mit der immer größer werdenden Zahl der aktiven Corona-Fälle steigt auch die Sorge um die wirtschaftlichen Auswirkungen wieder.

Im letzten Monat gab es fast 409.000 Arbeitslose in Österreich. Die aktuellen Entwicklungen lassen befürchten, dass es demnächst wieder mehr werden. Fast 300.000 Menschen befinden sich momentan in Kurzarbeit. Das Kurzarbeitsmodell habe laut Kurz viele Arbeitsplätze gerettet. Dennoch kämpfe man bei 409.000 Arbeitslosen und rund 79.000 offenen Stellen mit dem Problem, dass es derzeit "einfach zu wenig Arbeit" gibt, wie der Präsident des österreichischen Gewerkschaftsbundes, Wolfgang Katzian im Ö1-Morgenjournal feststellte. Daher müsse das die erste Priorität der kommenden Monate werden, erklärte der ÖGB-Chef und teilt damit die Meinung des Budeskanzlers.

Sicherung der Arbeitsplätze in Oberösterreich

Die Regierung muss sich von der Opposition den Vorwurf gefallen lassen, nicht genug zu tun. Nun will Bundeskanzler Kurz (ÖVP) die Sicherung von Arbeitsplätzen in den Fokus der nächsten Monate setzen. Damit will er gleich am Dienstag in Oberösterreich beginnen. Hier sei es besonders wichtig die Lage unter Kontrolle zu bekommen, da aufgrund der bevorstehenden MAN-Schließung viele Jobs auf dem Spiel stehen. Kurz sei in direktem Kontakt mit dem oberösterreichischen Landeshauptmann Thomas Stelzer. Es wird überlegt, was statt den MAN-LKWs am Standort in Steyr produziert werden könnte. Die Arbeitsplätze sollen gerettet werden.

"Altersteilzeit-Modell dringend notwendig"

Auch der Präsident des österreichischen Gewerkschaftsbundes, Wolfgang Katzian, teilt Kurz’s Standpunkt, dass die Arbeit zum zentralen Thema der kommenden Monate gemacht werden müsse. Er fordert, dass alles getan werden muss, um mit der gleichen Priorität, mit der die Corona-Pandemie bekämpft wird, auch gegen die Arbeitslosigkeit vorzugehen. Hinsichtlich der Maßnahmen der Regierung gebe es, so Katzian, Luft nach oben, wie er im Ö1-Morgenjournal-Studio erläuterte.

Er verweist insbesondere auf frühere Budgetkürzungen im Arbeitsmarktbereich, die sich jetzt rächen würden. Weiters ist er der Ansicht, dass sich hinsichtlich eines Altersteilzeit-Angebots viel mehr machen müssen, da ältere Menschen am Arbeitsmarkt derzeit keine Chance hätten. Ein entsprechendes Alterszeit-Modell wäre ein großer Schritt in die richtige Richtung. Ist die Rede von Jugendlichen, so brauche es Fonds, "wo wir direkt Lehrstellen fördern" und hier wiederum insbesondere die Interessen und Talente der jungen Menschen fördern. Zudem fordert ÖGB-Chef weitere Konjunkturpakete der Regierung.

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