Ex-Coach Canadi kritisiert fehlende Rapid-Loyalität

Damir Canadi nützt die Corona-Pause im Profifußball, um seine Karriere Revue passieren zu lassen. Er verrät, was er im Rückblick über die Zeit bei Rapid denkt, und welche Ziele er sich für die Zukunft setzt.

Seit November 2019 ist Canadi ohne Job. Sein Engagement beim deutschen Zweitligisten Nürnberg ging nach 14 Spielen zu Ende. "Wir hatten zu wenige Punkte. Das ist so zu akzeptieren", nimmt Canadi die Trennung gelassen. Sein Vertrag läuft erst 2021 aus, inzwischen genießt der Wiener die Zeit mit der Familie in seiner Wahl-Heimat Vorarlberg.

Da bleibt auch genug Zeit, um die früheren Karriere-Stationen zu analysieren. Nach einer erfolgreichen Zeit bei Altach wechselte der 49-Jährige im November 2016 zu Rapid. Dort kam das Aus aber schon nach 17 Spielen im April 2017 (3 Siege, 6 Unentschieden, 8 Niederlagen, Platz 7 in der Tabelle). "Das war meine erste Entlassung als Trainer, eine schwere Zeit", meint Canadi im "Krone"-Interview. "Es war für mich zu früh, nach fünf Monaten entlassen zu werden. Es war aber eine riesige Lehrzeit, eine Erfahrung. Ich sehe es heute extrem positiv, dass ich das erlebt habe."

Doch die Differenzen mit dem grün-weißen Umfeld unter Präsident Michael Krammer und Geschäftsführer Christoph Peschek waren am Ende zu groß. "Ich denke nicht, dass von Rapid-Seite alle dazu gestanden sind, was wir vereinbart haben", meint Canadi, dem auch Probleme mit der Mannschaft nachgesagt wurden.

"Bei Rapid hatte ich 12 verletzte Spieler, darunter beide Kapitäne, Hofmann und Schwab. Vielleicht haben beide nicht das Vertrauen von mir gespürt. Da findet dann etwas statt in der Mannschaft. Da kippt das Vertrauen zwischen Spielern und Trainern. Ein Trainer muss es aber sagen, wenn etwas nicht gut läuft", meint Canadi.

Er erklärt: " Ich musste auch selbst erst lernen, wie das in einem Großklub läuft. Einige Fans sehen es als Religion, ich als Fußball-Trainer." Ob er sich vorstellen kann, jemals wieder für Rapid tätig zu sein? "Es war nicht so ein Highlight, dass es so bald wieder stattfinden wird. Aber man weiß nie, was in einigen Jahren passiert."

Fest steht: Canadi ist nach den Stationen bei Rapid, Atromitos Athen und Nürnberg auf der Suche nach einer neuen Herausforderung. " Im Sommer würde ich gerne wieder etwas tun. Ich sehe meine Karriere nicht als beendet an. Ich will eine Mannschaft trainieren, die im Europacup teilnehmen kann. Ich will mich auch selbst weiterentwickeln. Mal schauen, was sich ergibt in den nächsten 20 Jahren."

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