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Ego-Vorwurf! Ex-Torjäger tritt gegen Hasenhüttl nach

Ralph Hasenhüttl muss nach vier Jahren bei Southampton gehen. Jetzt tritt ein englischer Ex-Schützling gegen den Österreicher nach.

Sebastian Klein
Charlie Austin und Ralph Hasenhüttl - nicht immer einer Meinung.
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imago images/Shutterstock

Fachmann, Publikumsliebling, Spielerflüsterer - Ralph Hasenhüttl hat sich in vier Jahren auf der Insel einen blendenden Ruf erarbeitet. Er übernahm Southampton 2018 in schweren Nöten, stabilisierte den Klub mit überschaubaren Mitteln. Jetzt musste er nach einem verpatzten Saisonstart beim abstiegsgefährdeten Premier-League-Verein gehen.

Erstaunlich: Der scheinbar allseits beliebte Steirer scheint sich in Southampton doch nicht ausschließlich Freunde gemacht zu haben.

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    Mit Charlie Austin meldet sich jetzt ein ehemalige Schützling des 55-Jährigen zu Wort, lässt dabei kein gutes Haar an seinem Ex-Trainer. Der Stürmer war zwischen 2016 und 2019 für die "Saints" tätig, musste nach einem mageren Jahr mit nur drei Toren aus 27 Pflichtspielen gehen. Über die Stationen West Brom und Queens Park Rangers hat es den mittlerweile 33-Jährigen nach Brisbane nach Australien verschlagen.

    In der britischen Radio-Show "TalkSort Breakfast" lästert der Profi nun über Hasenhüttl: "Wenn die Mannschaft nicht gut spielte, war er immer schnell dabei, die Spieler zu attackieren. Wenn das Team aber gute Leistungen bot, dann ging es ihm nur um sich selbst."

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      Austin redet die Hasenhüttl-Ära schlecht: "Er war vier Jahre lang dort, und seine höchste Punktzahl waren 52 Punkte, der Rest war im Bereich um die 40 Punkte. Ist die Mannschaft mal in der oberen Hälfte der Tabelle gelandet seit Hasenhüttl dort war? Nein."

      Hasenhüttl-Ära im Rückspiegel

      Die harten Worte des Ex-Hasenhüttl-Kickers stoßen nicht bei allen auf Gegenliebe. In Southampton weiß die Mehrheit der Fans, was sie an ihrem ehemaligen Trainer hatte. In einer Zeit, in der Southamptons Führungsetage im Umbruch steckte, die finanziellen Mitteln knapp waren, das Talent am Rasen jenem der Gegner zumeist unterlegen, schaffte es Hasenhüttl, die "Saints" im unteren Tabellenmittelfeld zu stabilisieren. Er tat das nicht etwa mit reinem Außenseiterfußball. Der Ex-Leipzig-Coach lehrte über mehrere Jahre hinweg den Top-Teams der Liga immer wieder das Fürchten, konnte die "Big Six" mehrfach ärgern und sogar bezwingen.

      Die britische Fachpresse, bekanntlich nicht zimperlich, war in den vergangenen Jahren zumeist voll des Lobes für die Arbeit des Österreichers. Dabei klang durch, dass er seine Arbeit zudem aufgrund des sportlichen Kompetenz-Vakuums im Klub unter erschwerten Bedingungen durchführen musste.

      Bei den beiden bitteren 1:9-Niederlagen nahm er die Schuld jeweils auf sich, stellte sich der Verantwortung und medial vor seine Mannschaft. Der Egoismus-Vorwurf von Austin ist zumindest von außen nur schwer nachzuvollziehen. Noch gibt es keine weiteren Wortmeldungen von Ex-Spielern zum Aufreger-Interview. Auch Hasenhüttl hat sich nicht geäußert.

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