Falsche Ernährung forderte weltweit zehn Mio. Tote

Eine neue weltweite Studie führt drastisch die Folgen von falscher Ernährung vor Augen.
Fehlerhafte Ernährung hat im vergangenen Jahr bei jedem fünften Todesfall eine entscheidende Rolle gespielt - das sind rund zehn Millionen Tote. Das geht aus der weltweit größten Gesundheitsstudie hervor, die in der Fachzeitschrift "The Lancet" veröffentlicht wurde.

Viele Menschen essen zuviel verarbeitetes Fleisch - etwa in Form von Wurst - und zu wenig Vollkornprodukte, Nüsse, Obst und Fisch. Das falsche Essverhalten könne Übergewicht, einen hohen Blutzuckerspiegel, Bluthochdruck und zu hohe Cholesterinwerte verursachen, warnen die Forscher. Dabei handelt es sich um vier der zehn häufigsten Risikofaktoren für einen frühzeitigen Tod.

Für die "Global Burden of Disease"-Studie haben mehr als 2.500 Experten jährlich Daten zu mehr als 330 Krankheiten, Todesursachen und Verletzungen zusammentragen.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch. Herzleiden häufigste Todesursache

Den Untersuchungen zufolge starben 2016 weltweit die meisten Menschen an einem Herzleiden (9,5 Millionen). Herzinfarkte und ähnliche Krankheiten treten in zahlreichen Ländern immer häufiger auf. Auch die Zahl der Diabetiker stieg an vielen Orten auf der Welt. An den Folgen ihrer Zuckererkrankung starben im vergangenen Jahr 1,4 Millionen Menschen - das entspricht einer Zunahme von 31 Prozent in den vergangenen zehn Jahren.

Eine besonders negative Rolle spielt nach wie vor das Rauchen. Zigaretten und andere Tabakprodukte forderten 2016 insgesamt 7,1 Millionen Tote - fünfmal so viele wie bei Diabetes-Erkrankungen.

Weitere Ergebnisse:

2016 kamen 150.500 Menschen bei Konflikten und Terror ums Leben, die meisten von ihnen in Nordafrika und im Nahen Osten. Die Zahl ist damit in den vergangenen zehn Jahren um 143 Prozent gestiegen.

In allen Altersgruppen hat die Sterblichkeit abgenommen - am größten aber waren die Erfolge bei den Kindern unter fünf Jahren. Zum ersten Mal seit Beginn der Untersuchungen gab es bei ihnen im vergangenen Jahr weniger als fünf Millionen Todesfälle. Zum Vergleich: 1970 starben noch 16,4 Millionen Kinder, bevor sie ihren fünften Geburtstag erreicht hatten.

Die Menschheit kämpft mit Depressionen. Die psychische Krankheit zählte nur in vier Ländern nicht zu den zehn häufigsten Ursachen für Erkrankungen. Insgesamt litten 2016 weltweit 1,1 Milliarden Menschen unter psychischen Leiden oder Suchterkrankungen. (red)

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