Fast 2000 Tierarten vom Aussterben bedroht

Die Weißnacken-Moorantilope ist nur eine der vielen Arten, die bald vom Aussterben bedroht sein können, wenn sich die Umstände nicht ändern.
Die Weißnacken-Moorantilope ist nur eine der vielen Arten, die bald vom Aussterben bedroht sein können, wenn sich die Umstände nicht ändern.Bild: Zoo Leipzig
Laut einer neuen Studie könnten über die nächsten 50 Jahre 1.700 Tierarten vom Aussterben bedroht sein. Grund ist die Landnutzung des Menschen.

Die sich immer weiter ausbreitende Land- und Nutzwirtschaft des Menschen wirkt sich besonders negativ auf die Artenvielfalt im Tierreich aus. Durch Straßen- und Gebäudeerrichtungen werden natürliche Lebensräume stetig verkleinert, oft auch ganz zerstört. Walter Jetz und sein Team von der Yale Universität im amerikanischen Connecticut haben nun eine neue Studie veröffentlicht.

Für diese Studie haben die Forscher diverse Szenarien durchgespielt um zu simulieren, wie sich verschiedene Arten der Landnutzung bis 2070 auf die Tierwelt auswirken würden. Dabei konnten sie die Gefährdung von über 19.000 Säugetier-, Amphibien- und Vogelarten feststellen.

Beim harmloseren Szenario verändert sich die menschliche Landnutzung nur leicht. Dabei verlieren bis 2070 die 1.700 gefährdeten Arten etwa 30 bis 50 Prozent ihres heutigen Lebensraums. Besonders hart trifft es dabei Südostasien, Zentral- und Ostafrika, sowie Südamerika. Einerseits verändert sich in diesen Regionen die Landnutzung besonders stark, andererseits ist die Artenvielfalt (noch) sehr groß. Ein Beispiel für eine der gefährdeten Arten ist die Weißnacken-Moorantilope aus dem Südsudan.

In Europa sind die Tiere weniger bedroht. Dennoch besteht auch bei uns ein großes Problem: "Wenn die Biodiversität in entfernten Regionen zurückgeht, scheint uns das nicht direkt zu betreffen, aber die Konsequenzen können global sein", so Jetz.

Auch die menschliche Lebensqualität wird durch ein Ungleichgewicht im Ökosystem beeinflusst. "Außerdem ist es die globale Nachfrage, etwa nach tropischen Hölzern oder Palmöl, die diese Verluste antreibt. Daher sind wir alle mitverantwortlich", ergänzt der Ökologe.

In der Studie berücksichtigen die Forscher lediglich den Einfluss der menschlichen Landnutzung. Dabei spielen andere Faktoren ebenso eine gefährliche Rolle, wie etwa der Klimawandel, Jagd, Epidemien oder Verschmutzung.

In einer interaktiven Karte, genannt Map of Life, wurden die Ergebnisse der Studie veranschaulicht. So kann man den momentanen Lebensraum der Tiere nachvollziehen und sehen, wie dessen Verkleinerung über die nächsten Jahre stattfinden könnte.

(rfr)

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