"Fat Cats" – Manager verdienen in 5 Tagen Jahresgehalt

Ein ATX-Manager hat verdient zwischen 600.000 und fünf Millionen Euro im Jahr.
Ein ATX-Manager hat verdient zwischen 600.000 und fünf Millionen Euro im Jahr.Getty Images/iStockphoto
20 Chefs der größten börsenorientierten Unternehmen Österreichs haben am Sonntag bereits so viel verdient, wie ein normaler Arbeiter im ganzen Jahr.

Nur 63 Stunden muss ein durchschnittlicher ATX-Vorstand heuer arbeiten, um das Einkommen eines normalen Beschäftigten zu verdienen. Der 9. Jänner wird als "Fat Cat Day" (Tag der fetten Katze) bezeichnet. An diesem Tag wurde das jährliche Einkommen von Beschäftigten durch Vorstandsmitglieder bzw. Vorstandsvorsitzende verdient.

Arbeiter verdienen durchschnittlich 34.000 Euro im Jahr

Wie die Arbeiterkammer erhob, liegt das Gehalt der Manager in Österreich zwischen 600.000 und fünf Millionen Euro. Im Durchschnitt sind es also 2,1 Millionen Euro im Jahr. Ein durchschnittlicher Arbeiter verdient in dieser Zeit 34.000 Euro. Als Basis für die Berechnung dienen die Gehälter aus dem Jahr 2020. Die AK stützt sich dabei auf die Methode des britischen Thinktanks High Pay Center. Dort geht man davon aus, dass ein CEO im Schnitt zwölf Stunden pro Tag arbeitet und sich nur an jedem vierten Wochenende freinimmt.

"Es braucht gerade einmal fünf Arbeitstage, damit diese Top-Manager ein mittleres österreichiches Jahreseinkommen erreichen", erklärt Christina Wieser von der Arbeiterkammer im "Ö1-Morgenjournal".

ATX-Chefs erzielen 57-fache des Durchschnittslohns

Unter den Top 20 ATX-Vorständen erreichen der Bawag-Chef Anas Abuzaakouk und der Vorstand des Kartonherstellers Mayr-Melnhof Peter Oswald den "Fat Cat Day" heuer als Erste. Sie brauchen dafür nur zwei Arbeitstage. Die einzige Frau in der Liste, Vienna-Insurance-Group-Chefin Elisabeth Stadler, muss für das Medianeinkommen sechs Tage arbeiten, ihr Jahresgehalt betrug 2020 rund 1,8 Millionen Euro.

Die Arbeiterkammer fordert im Zuge dessen ein "angemessenes" Verhältnis zwischen Vorstands- und Belegschaftsgehältern. "Anfang der 2000er Jahre hatte ein ATX-Vorstand noch das 20-fache eines österreichischen Beschäftigten verdient. Jetzt ist es das 57-fache", so Wieser. Es sei klar, dass Manager gerade in Krisenzeiten viel Verantwortung tragen würden, die Entlohnung dafür müsse aber in einem angemessenen Verhältnis mit dem Lohn- und Gehaltsgefüge in Unternehmen stehen.

Die Top-Gehälter in den 20 ATX-Unternehmen:

1. Anas Abuzaakouk (Bawag Group AG): 5.290.000 Jahresgehalt
2. Peter Oswald (Mayr-Melnhof Karton AG): 5.149.689 Jahresgehalt
3. Rainer Seele (OMV AG): 4.343.357 Jahresgehalt
4. Wolfgang Leitner (Andritz AG): 3.289.933 Jahresgehalt
5. Georg Pölzl (Österreichische Post AG): 2.428.115 Jahresgehalt
6. Herbert Ebensteiner (voestalpine AG): 2.207528 Jahresgehalt
7. Bernhard Spalt (Erste Group Bank AG): 2.083.66 Jahresgehalt
8. Heimo Scheuch (Wienerberger AG): 2.044.349 Jahresgehalt
9. Johann Strobl (Raiffeisen Bank International AG): 1.970.000 Jahresgehalt
10. Wolfgang Anzengruber (Verbund AG): 1.789.257 Jahresgehalt
11. Elisabeth Stadler (Vienna Insurance Group AG): 1.764.000 Jahresgehalt
12. Stefan Doboczky (Lenzing AG): 1.574.000 Jahresgehalt
13. Andreas Brandstetter (UNIQUA Insurance Group AG): 1.285.000 Jahresgehalt
14. Andreas Quint (CA Immobilien Anlagen AG): 1.124.600 Jahresgehalt
15. Gerald Grohmann (Schoeller Bleckmann O.E. AG): 1.106.00 Jahresgehalt
16. Ronny Pecik (Immofinanz AG): 973.568 Jahresgehalt
17. Andreas Gerstenmayer (AT & S AG): 948.000 Jahresgehalt
18. Attila Dogudan (Do & Co AG): 938.021 Jahresgehalt
19. Ernst Vejdovszky (S-Immo AG): 902.500 Jahresgehalt
20. Stefan Szyszkowitz (EVN AG): 621.700 Jahresgehalt

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