FBI will Snowden um jeden Preis finden

Bild: Screenshot YouTube

Das FBI hat nach den Enthüllungen des externen Geheimdienst-Mitarbeiters Edward Snowden nun erstmals bestätigt, dass der 29-Jährige ins Visier genommen und strafrechtlich belangt werden soll. Indes soll die NSA (National Security Agency) Medienberichten zufolge auch eine Kontaktperson in Österreich gehabt haben.

nun erstmals bestätigt, dass der 29-Jährige ins Visier genommen und strafrechtlich belangt werden soll. Indes soll die NSA (National Security Agency) Medienberichten zufolge auch eine Kontaktperson in Österreich gehabt haben.

FBI-Chef Robert Mueller kündigte am Donnerstag an, "alle notwendigen Schritte" zu unternehmen, um Snowden zur Verantwortung zu ziehen. Das FBI habe strafrechtliche Ermittlungen gegen den in Hongkong untergetauchten Snowden eingeleitet, sagt er bei einer Anhörung im Repräsentantenhaus in Washington.

Die Aussagen waren die erste offizielle Bestätigung seitens der US-Regierung, dass die Bundespolizei den 29-Jährigen ins Visier genommen hat. Mit der Weitergabe vertraulicher Dokumente habe Snowden einen "bedeutenden Schaden für unsere Nation und unsere Sicherheit" angerichtet, sagte Mueller.

Nach weltweiter Kritik verteidigte die US-Regierung ihr Internet-Spionageprogramm vehement. Es habe geholfen, Dutzende Terrorattacken zu verhindern, so Keith Alexander, Chef der NSA.

61.000 Hacking-Aktionen weltweit

Snowden erzählte indes in Hongkong, dass die US-Dienste sich schon seit Jahren in chinesische Computer hackten. , hatten doch immer die USA behauptet, dass sich China einhackt. China, das über eine Auslieferung an die USA entscheiden müsste, äußerte sich bisher nicht zu Snowdens Schicksal. Nach den Angaben von Snowden hat die NSA weltweit mehr als 61.000 Hacking-Aktionen durchgeführt, darunter Hunderte gegen China.

In einem Interview mit der Hongkonger Zeitung "South China Morning Post" sagte Snowden, dass der US-Abhördienst NSA seit 2009 versucht habe, sich Zugang zu hunderten von Zielen in China und Hongkong zu verschaffen. "Wir hacken uns in die Datenübertragungsleitungen der Netzwerke, so etwas wie große Internetrouter im Wesentlichen, die uns Zugang zu der Kommunikation von hunderttausenden Computern geben, ohne jeden einzelnen hacken zu müssen", sagte Snowden. Die Regierung in Peking wollte sich zum Schicksal Snowdens nicht äußern.

Der IT-Techniker hatte für die Beratungsfirma Booz Allen Hamilton gearbeitet, die im Auftrag der NSA an der Internet-Überwachung beteiligt war. Er hatte den Zeitungen "Washington Post" und "Guardian" Informationen über das Überwachungsprogramm PRISM zugespielt, bei dem der US-Geheimdienst NSA die Nutzerdaten großer Internetkonzerne wie Microsoft, Google oder Facebook auswertet.

NSA-Kontaktperson in Österreich?

Auch in Österreich soll die NSA Kontaktstellen gehabt haben. Wie die "Presse" (Freitagsausgabe) sowie die Website "futurezone.com" berichteten, kooperiere das Heeres-Nachrichtenamt (HNaA) mit dem US-Geheimdienst. Das Innenministerium beteuerte, dass es keinerlei Zusammenarbeit mit der NSA gebe. Das Ministerium habe "weder Zugriff auf Daten die im Rahmen von PRISM gesammelt werden", noch arbeite man mit der NSA "in irgendeiner anderen Form zusammen", hieß es in einem schriftlichen Statement. Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) forderte "rasche Aufklärung".

Österreichischer Fragenkatalog an US-Botschaft

In einem umfangreichen Fragenkatalog", der am morgigen Freitag der US-Botschaft in Wien übergeben werden soll, wolle man in Erfahrung bringen, wie viele und welche Daten gesammelt wurden, auf welcher gesetzlichen Grundlage dies getan wurde und ob mit diesen Daten gezielt gegen österreichische Staatsbürger vorgegangen wurde. Sollte das der Fall sein, "ist das selbstverständlich völlig inakzeptabel", kommentierte Mikl-Leitner.

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