Feller: "Nicht leicht, das Gemüt in Zaum zu halten"

Manuel Feller geht heuer mit Kurzhaar an den Start.
Manuel Feller geht heuer mit Kurzhaar an den Start.picturedesk.com, gepa-pictures.com
Manuel Feller ist im Weltcup ein echtes Original – und polarisiert als solches. Der Ski-Star lässt sich von Kritikern nicht beirren.

Mit einem historischen ÖSV-Debakel begann am 18. Oktober in Sölden der Ski-Winter. Stefan Brennsteiner wurde als 17. bester rot-weiß-roter Athlet. Erst gar nicht am Start: Manuel Feller. Im Nachhinein eine weise Entscheidung, wie der 28-jährige Tiroler verrät.

"Wenn ich in Sölden 15. geworden wäre, wäre es für mich ein Superrennen geworden. Aber für die Nation Österreich wäre das nicht gut genug gewesen – und ich wäre wieder in Erklärungsnot gewesen. So steige ich frisch und fit in eine Saison ein, ohne schon beim ersten Rennen eine auf den Deckel zu kriegen. Allein psychisch ist das schon ein Riesenvorteil", erzählt Feller.

"Nicht leicht, Gemüt in Zaum zu halten"

Apropos Erklärungsnot. Die hatte der Technik-Spezialist in der Vergangenheit öfter. Nicht nur aufgrund seiner sportlichen Leistungen, sondern weil er auf Instagram sein Herz auf der Zunge trägt. Kritiker beschwerten sich unter anderem über seine Fischerei, das Workout mit dem Sohnemann und die Ausflüge in die Musik. Feller konterte mit einem defitgen Dancehall-Lied, in dem er seine "Hater" lieb grüßen ließ. 

"Es ist nicht immer leicht, sein Gemüt in Zaum zu halten", sagt Feller heute. Provokante Inhalte habe er in jüngerer Vergangenheit vermiede. "Ich werde alt, mir wird das zu anstrengend", grinst er. "Ich möchte meine Fans unterhalten, das ist mir wichtiger. Deshalb habe ich die Kommentar-Funktion über den Winter deaktiviert."

Was freilich nicht heißt, dass der Slalom-Vizeweltmeister von 2017 eine ruhige Kugel schiebt. Angesprochen auf neue Musik-Projekte meint er. "Das ist mein großes Hobby. Ich kenne viele Leute aus der Branche. Wenn mir irgendein Blödsinn einfällt, gehe ich ins Studio und nehme was auf. Es kann gut sein, dass ich bald wieder etwas herausbringe."

Noch kein Kopfsponsor

Noch nicht erfolgreich war Feller bei der Suche nach einem neuen Kopfsponsor. "Die Gespräche laufen", bleibt der ÖSV-Athlet cool. Weil er den Auftakt in Sölden ausließ und erst verspätet in die Saison einsteigt, sei es schwierig gewesen, zu sagen, "ich will so oder so viel Kohle". Gleichzeitig wolle er sich "nicht unter dem Wert verkaufen". Legitim.

Der Einstieg in den Renn-Winter ist für Val d'Isere geplant. Dort steigt am 5. Dezember ein Riesentorlauf. Sofern es die Bedingungen zulassen. "Es wäre katastrophal, wenn verschoben werden würde. Andererseits hocken andere jetzt daheim und haben gar keine Arbeit oder können nichts machen. Von dem her müssen wir über jedes Rennen, das wir fahren dürfen, froh sein. Wir haben auch die Möglichkeit, uns ganz normal auf der Piste auszutoben, wie sonst immer. Man muss das alles ein bisserl in Relation zur momentanen Situation sehen."

Feller sagt, nach dem ersten Lockdown habe der Rücken gezwickt. Er meint aber auch, dass es die "beste und präziseste" Sommer-Vorbereitung war, an die er sich erinnern könne. "Wir hatten viel Ruhe und Zeit im Training."

Für Parallel-Bewerbe wurde jedoch nicht geübt. "Das wäre für den Körper zu intensiv gewesen", sagt Feller, der daher in Lech/Zürs (27.11.) nicht am Start steht. 

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