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Fleischfressendes Bakterium tötet in den USA 8 Menschen

Fünf Tote in Florida, drei weitere in New York und Connecticut: Alle von ihnen starben infolge einer Infektion mit dem Bakterium Vibrio vulnificus.

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In Florida häufen sind bereits fünf Menschen an den Folgen einer Infektion mit einem fleischfressenden Bakterium gestorben.
In Florida häufen sind bereits fünf Menschen an den Folgen einer Infektion mit einem fleischfressenden Bakterium gestorben.
Getty Images/iStockphoto

Vibrio vulnificus, ein seltenes fleischfressendes Bakterium, hat in den US-Bundesstaaten Florida, Connecticut und New York in den letzten Wochen acht Menschenleben gefordert. Mit dem Keim infiziert hatten sich die Betroffenen laut den verantwortlichen Gesundheitsbehörden über die Nahrung oder bei Aufenthalten im Wasser.

Wie kann man sich infizieren?

Vibrio vulnificus kommt in Brack- und Meerwasser vor und vermehrt sich ab Wassertemperaturen über 20 Grad. Gelangt der Erreger in den Körper, kann er schwere Wundinfektionen und eine Blutvergiftung auslösen. Der Eintritt kann durch Kratzer oder kleine Wunden geschehen. Dafür muss man nicht unbedingt im kontaminierten Wasser schwimmen. Infizieren kann man sich auch beim Verzehr von rohen oder unzureichend gekochten Meeresfrüchten. Vor allem Austern sind als Überträger von Vibrio vulnificus bekannt, da diese das Meerwasser filtern und so kontaminiert werden können.

Ist das Bakterium für alle Menschen gefährlich?

Grundsätzlich ja. Besonders gefährdet sind aber ältere Menschen und solche mit einem schwachen Immunsystem sowie Leber- oder Nierenschwäche. Ihnen raten Fachleute vom Verzehr roher Austern deswegen ab. Laut einer Studie hat Vibrio vulnificus in den USA eine Sterblichkeitsrate von fast 33 Prozent und ist für mehr als 95 Prozent der Todesfälle im Zusammenhang mit Meeresfrüchten verantwortlich.

Was geschieht bei einer Infektion?

Vibrio vulnificus kann verschiedene Krankheiten auslösen. Darunter die in der Regel problemlos verlaufende Gastroenteritis (Magen-Darm-Grippe). Es kann aber auch zu einer Sepsis (Blutvergiftung) führen, die tödlich verlaufen kann. Auch eine nekrotisierende Fasziitis kann die Folge sein. Dabei handelt es sich um eine sehr heftig verlaufende Infektionskrankheit der Unterhaut und Faszien. Sie frisst sich durch den Körper und lässt ihn nach und nach verfaulen.

Wieso ist die Sterblichkeitsrate so hoch?

Das Problem ist, dass man es oft nicht gleich merkt, wenn sich die Bakterien am Körper zu schaffen machen. Manche Betroffene erzählen, dass sie einen kleinen Fleck am Körper entdeckten, diesen aber auf einen Spinnenbiss zurückführten.

Welche Symptome können auftreten?

Das hängt davon ab, welche Krankheit das Bakterium auslöst. Zu den häufigsten Anzeichen und Symptomen gehören:

-) Wässriger Durchfall, oft begleitet von Magenkrämpfen, Übelkeit, Erbrechen und Fieber. Das deutet auf Magen-Darm-Erkrankung hin.

-) Fieber, Schüttelfrost, gefährlich niedriger Blutdruck und blasenbildende Hautläsionen. Das spricht für eine Blutkreislaufinfektion.

-) Fieber, Rötung, Schmerzen, Schwellung, Wärme, Verfärbung und Ausfluss. Diese Symptome stehen für Wundinfektionen, die sich auf den Rest des Körpers ausbreiten können.

Wo ist Vibrio vulnificus anzutreffen?

Vor allem in wärmeren Regionen – in den USA ist häufig der Süden betroffen. Doch es zeichnet sich ab, dass sich das Verbreitungsgebiet des Bakteriums infolge der immer wärmer werdenden Ozeane ausweitet. "Wenn wir dieses Gespräch vor 15 Jahren geführt hätten, hätten wir über Infektionen entlang der Golfküste gesprochen", sagte der von Nytimes.com zu den aktuellen Fällen in New York befragte Infektionsspezialist William Schaffner von der Vanderbilt University School of Medicine. "Aber jetzt breiten sich diese Infektionen an der Ostküste aus."

Die Entwicklung schlägt sich auch in den Fallzahlen nieder: Laut einer im März im Fachjournal "Nature Portfolio" veröffentlichten Studie haben sich die Infektionen in den USA zwischen 1988 und 2018 verachtfacht.

Doch nicht nur in Übersee, sondern auch in Europa sorgt Vibrio vulnificus für Angst, Schrecken und Todesfälle. Vor allem an der Ostsee in Regionen mit Flussmündungen und Buchten. Seit einigen Jahren werden sie in den Sommermonaten regelmäßig entlang der Ostseeküste nachgewiesen.

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