Flug MH370: Mangelnde Beweise sorgen für Skepsis

Bild: Reuters/Twitter

Dutzende Angehörige der Passagiere des Fluges MH370 fordern weiterhin von Malaysia Aufklärung über die Hintergründe der Ermittlungen. Besonders das unpersönliche SMS, mit dem die Fluglinie die Hinterbliebenen benachrichtigte, sorgt noch immer für Empörung. Die Suche nach dem verschollenen Flugzeug ist nach Angaben der australischen Behörden am Dienstag wegen schlechten Wetters unterbrochen worden.

ist nach Angaben der australischen Behörden am Dienstag wegen schlechten Wetters unterbrochen worden.

Einsilbig und unpersönlich war die Botschaft, mit der Malaysia Airlines die Angehörigen der Passagiere von Flug MH370 über deren Tod verständigte. Ein Foto des SMS, das auf Englisch und Chinesisch verschickt wurde, ist inzwischen auf Twitter aufgetaucht:

"Malaysia Airlines bedauert es zutiefst, dass wir ohne jeden Zweifel annehmen müssen, dass MH370 verloren ist und niemand an Bord überlebt hat. Wie Sie in der nächsten Stunde von Malaysias Premierminister hören werden, müssen wir akzeptieren, dass alle Beweise darauf hindeuten, dass das Flugzeug im südlichen Indischen Ozean abgestürzt ist."

Nicht nur bei den Angehörigen sorgte diese knappe Benachrichtigung für Empörung.

 

The text msg Malaysia Airlines sent to inform Chinese
— Adrienne Mong (@adriennemong)

Suche wegen Sturm untergebrochen

Ein Sturm, starke Regenfälle und tiefhängende Wolken machten einen sicheren Einsatz von Flugzeugen unmöglich, erklärte der Seenotrettungsdienst Amsa. Wegen des starken Wellengangs habe zudem ein Schiff der Marine die Region verlassen, in der am Montag möglicherweise Wrackteile von Flug MH370 gesichtet worden waren. Die Australier hatten zuletzt noch die Hoffnung geäußert, sie könnten am Dienstag das Treibgut bergen und damit in Erfahrung bringen, ob es sich um Teile des Flugzeugs handelt. Bisher ist noch kein Trümmerteil zweifelsfrei entdeckt worden.

China glaubt Malaysia nicht

Das chinesische Außenministerium hat Malaysia um "alle Informationen und Beweise" gebeten, die zu der Schlussfolgerung über den Absturz von Flug MH370 im südlichen Indischen Ozean geführt haben. Man will auch die Satellitenbilder bekommen. Ein Großteil der 239 Insassen der Boeing 777-200 der Malaysia Airlines waren Chinesen.

Malaysias Regierungschef Najib Rajak hatte am Montag bekanntgegeben, dass die , andere begannen laute Sprechchöre. In jedem Fall scheint China der malaysischen Variante keinen Glauben zu schenken.

Definitiver Beweis noch nicht erbracht

Die komplizierte Analyse der Satellitendaten, die auf einen Absturz von Flug MH370 im südlichen Indischen Ozean hindeutet, stößt bei den Chinesen auf Skepsis. Experten sehen noch keinen schlüssigen Beweis, zumal bisher keine Wrackteile gefunden worden sind.

Die Firma Inmarsat und die für Flugunfälle zuständige Behörde in Großbritannien hätten verschiedene Daten in einem neuartigen Analyseverfahren ausgewertet. Sie seien auf diese Weise zu der Erkenntnis gekommen, dass Flug MH370 auf eine südliche Flugroute eingeschwenkt sei. Damit sei das Flugzeug weit entfernt von jeglicher Landemöglichkeit gewesen. Die malaysischen Behörden zogen daraus die Schlussfolgerung, dass die Boeing schließlich abgestürzt ist.

Letztes Signal des Jets "unverständlich"

Nach Angaben der britischen Ermittler war der Satellit mangels GPS-Technik nicht in der Lage, eine genaue Position der Maschine oder einen genauen Flugweg zu bestimmen. Ein allerletztes Signal des Jets sei um 1.19 Uhr (MEZ) empfangen worden, sagte der amtierende malaysische Verkehrsminister Hishammuddin Hussein am Dienstag. Es sei aber unverständlich und werde derzeit noch analysiert.

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