Folgt nach dem Shutdown der Babyboom?

Aufgrund der Corona-Krise könnte es im Dezember zu einem Babyboom kommen. Die Menschen haben weniger Stress und mehr Zeit für Intimität.
Viele Experten meinen, dass im Dezember 2020 und zu Beginn des Jahres 2021 mehr Kinder zur Welt kommen werden, als in den letzten Jahren. Da die Menschen aufgrund der Corona-Pandemie viel mehr Zeit zu Hause verbringen, steigt auch die sexuelle Aktivität. Die häusliche Isolation könnte sich also positiv auf die Geburtenrate auswirken.

"Auch wenn die sozialen Isolationsmaßnahmen einen Effekt auf die Geburtenrate nahelegen, ist ein wissenschaftlicher Nachweis schwierig", erklärt Michael Feichtinger, Leiter des Wunschbaby Instituts Feichtinger, gegenüber dem "Kurier".

In der Vergangenheit gab es aber immer wieder Studien zu Stromausfällen oder Hurrikan-Warnungen in den USA bei denen steigende Geburtenraten neun Monate später festgestellt wurden.

CommentCreated with Sketch. zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Viele Supermärkte und Drogerien berichteten von allerdings von einer erhöhten Kondom-Nachfrage. Bei Rewe bemerkte man in den ersten zwei Wochen der Isolation bereits einen Anstieg von rund 30 Prozent. Das würde gegen einen Babyboom sprechen.

Gynäkologe Johannes Huber erklärte vor einigen Wochen in der "Kronen Zeitung": "Aufgrund der Indizien ist ein Baby-Boom wegen der Corona-Krise sehr wahrscheinlich, denn der Kondomverbrauch ist nur ein Parameter für den Sexualverkehr. Lediglich 40 Prozent der Menschen benutzen Kondome. Bei den anderen 60 Prozent dürfte Frequenz der sexuellen Aktivität derzeit ebenso stark steigen."

Wirtschaftskrise für Familiengründung nicht förderlich



Und nicht für alle Paare wirkt sich die Isolation positiv auf die Beziehung aus. In China etwa stiegen nach den Ausgangssperren die Scheidungszahlen.

"In welche Richtung sich die Ausgangsbeschränkungen auf die Geburtenrate auswirken, ist letztlich auch von der Ausprägung der Erkrankungswelle abhängig", meint Feichtinger. Die Angst vor einer Erkrankung aber auch generelle Existenzängste sind für eine Familiengründung nicht förderlich. Viele sorgen sich aufgrund der Wirtschaftskrise um ihren Job.

Im Jahr 2019 erblickten in Österreich 84.200 Kinder das Licht der Welt. Zum dritten Mal in Folge war die Geburtenrate gesunken.



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