Forscher milderten Alzheimer bei Mäusen

Bild: Fotolia/Symbolbild

Eine Gruppe von Antikörpern, die auch zur Behandlung der Immunkrankheit Psoriasis verwendet werden, können die krankhaften Gehirnveränderungen bei Alzheimer-Mäusen deutlich verbessern.

Eine erhöhte Immunreaktion gilt sowohl als Ursache wie auch als Folge der Alzheimerkrankheit. Doch bisher war unklar, ob die Botenstoffe der Immunantwort - die Zytokine - zur Ausprägung der Krankheit beitragen. Diese offenbart sich vor allem durch krankhafte Ablagerungen von Eiweissen im Gehirn, zum Beispiel Amyloid-beta.

Nun konnten Forscher zeigen, dass sich weniger Amyloid-Eiweiße im Gehirn von Mäusen ablagern, wenn bestimmte Immunbotenstoffe ausgeschaltet werden.

Diese Mäuse waren gentechnisch so verändert worden, dass sie Alzheimer-ähnliche Gehirnveränderungen aufwiesen. Wenn den Mäusen jedoch blockierende Antikörper gegen das Immunmolekül p40 verabreicht wurden, linderten sich die Symptome und sie zeigten in Verhaltenstests bessere Gedächtnisleistungen.

Die Erkenntnisse hätten auch Relevanz für Menschen: Der Spiegel des p40-Moleküls ist in der Hirnflüssigkeit von Alzheimer-Patienten erhöht - nach einer neuen US-amerikanischen Studie auch im Blutplasma. Somit verspricht dieser Ansatz sowohl bei der Vorbeugung wie der Therapie der Alzheimerkrankheit Potenzial.

Versuch bei Menschen

Obwohl die komplexe Rolle dieser Botenstoffe weiter erkundet werden müsse, würden die Ergebnisse den Schritt in klinische Studien beim Menschen rechtfertigen, erklären die Forscher. Dafür suchen sie nun einen geeigneten Industriepartner. Gegen Psioriasis oder Schuppenflechte wird bereits ein Medikament eingesetzt, das die p40-Untereinheit unterdrückt.

Die Alzheimer-Erkrankung zählt zu den häufigsten Ursachen einer Demenz. Weltweit wird mit einer Verdoppelung der Patientenzahl innerhalb der nächsten 20 Jahre gerechnet.

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