FPÖ nimmt Einladung der ÖVP nicht ernst

FPÖ-Parteiobmann Heinz-Christian Strache ist gegen parallele Verhandlungen über eine eventuelle Regierungsbeteiligung. "Mit uns wird es keine Gespräche über die Hintertür geben", sagte er am Dienstag vor den Sitzungen der Parteigremien. Die Ansage der ÖVP, mit allen Parteien reden zu wollen, nehmen die meisten Freiheitlichen nicht ernst. Dies sei ein Versuch, den Preis für eine Koalition mit der SPÖ in die Höhe zu treiben.
FPÖ-Parteiobmann Heinz-Christian Strache ist , nehmen die meisten Freiheitlichen nicht ernst. Dies sei ein Versuch, den Preis für eine Koalition mit der SPÖ in die Höhe zu treiben.

"Heute ist das Match um Platz Eins eröffnet", meinte Strache schon zwei Tage nach der Nationalratswahl, bei der die FPÖ drei Prozentpunkte gewonnen hat. Trotz aller Skepsis, was die Möglichkeit des Mitregierens betrifft, appellierte Strache abermals an die SPÖ, deren "Ausgrenzungspolitik" zu beenden und auch mit der FPÖ Gespräche zu führen.

"More of the same"

Straches Vize als Obmann, Norbert Hofer, zeigte sich skeptisch gegenüber der Offenheit der Volkspartei in Richtung FPÖ. "Ich glaube, dass die ÖVP den Preis sehr hoch ansetzen wird", glaubt auch er an eine Neuauflage der Großen Koalition und damit an "more of the same". Ob eine Zusammenarbeit mit dem Team Stronach in einer Dreier-Koalition möglich wäre? "Vorstellbar ist alles, einfach ist es nicht", so Hofer.

"Mache mir keine Illusionen"

Auch der steirische FPÖ-Obmann Gerhard Kurzmann, der in seinem Bundesland mit der FPÖ den ersten Platz erreicht hatte, ortet eher "Theaterdonner" bei der ÖVP: "Ich mache mir keine Illusionen." Der Salzburger FP-Chef Karl Schnell, der den "Wahlsieger" Kurzmann vor der Sitzung herzhaft umarmte und ihm gratulierte, glaubt ebenfalls nicht an eine Regierungsbeteiligung seiner Partei.

"Mehr direkte Demokratie"

Ebenso einig zeigten sich die FPÖ-Granden, was die eigenen Koalitionsbedingungen angeht: Kurzum "mehr direkte Demokratie" lautet dahin gehend die Forderung. So hat etwa die oberösterreichische Landesgruppe bereits am eigentlich "blauen Montag" diese Bedingung im Landesparteivorstand einstimmig abgesegnet. Auch auf eine "umfassende Steuerreform" bestehen die Freiheitlichen weiterhin.

Die deutlichsten Worte vor den Sitzungen der Parteigremien zur Rolle der FPÖ in den kommenden Jahren kamen übrigens von Barbara Rosenkranz, die als niederösterreichische Parteichefin nach der Landtagswahl unter nach internen Reibereien den Hut nehmen hatte müssen: "Grundsätzlich sollte man in eine Regierung gehen, wenn die notwendige Stärke da ist. Ich glaube, das wäre jetzt ein bisschen zu früh."

Die FPÖ-Gremien tagen bis in den späten Nachmittag. Danach will Parteichef Strache bei einer Pressekonferenz die Öffentlichkeit über die Ergebnisse informieren.
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