Franz Wohlfahrt: "Würde nicht ins Dschungelcamp zieh...

Franz Wohlfahrt vor dem Frühjahrsstart der Bundesliga im "Heute"-Interview. Der Sportdirektor von Austria Wien spricht über Saisonziele, Transfers und das Dschungelcamp.

Franz Wohlfahrt vor dem Frühjahrsstart der spricht über Saisonziele, Transfers und das Dschungelcamp.

Herr Wohlfahrt, haben Sie das Dschungelcamp im TV mitverfolgt?

"Warum?"

 

Weil dort Thorsten Legat mitgemacht hat, an dessen Seite Sie 1997 mit Stuttgart den DFB-Pokal erobert haben.

"Ich habe mir zufällig eine Folge angesehen. Aber es ist sicher nicht das Format, das ich mir täglich anschaue. Zu Legat: Es sind fast 20 Jahre vergangen seit damals. Es wäre traurig, wenn wir uns nicht verändert hätten."

 

Würden Sie ins Dschungelcamp einziehen?

"Nein, das ist für mich nicht wichtig."

 

Zum Sportlichen: Die Austria ist Zweiter, zwei Punkte hinter Salzburg. Muss da nicht der Titel das erklärte Ziel sein?

"Wir haben das Ziel, nächste Saison international zu spielen. Das ist ja alles eine Zukunftsgeschichte. Wenn wir im April oder Anfang Mai weiter nur zwei Punkte hinter dem Spitzenreiter sind und nur noch drei Runden zu spielen sind, werden wir sicher was freigeben. Aber jetzt darüber zu reden, ist sinnlos."

 

Im Winter haben Sie aus Grödig geholt. Kann er sofort helfen?

"Ob er schon zu 100 Prozent integriert ist, zeigen die Spiele, die wichtig sind. Vom Naturell her ist er ein klasse Junge. Er spricht auch sehr gut deutsch, was wichtig ist. Er ist viel mit Kayode zusammen. Wichtig ist, dass sie harmonieren. Was ebenso wichtig ist, wie das Soziale, ist natürlich, dass sie spielerisch zusammenpassen."

 

Macht er die Offensive variabler?

"Er macht uns unberechenbarer. Aber wir haben im Herbst genügend Tore gemacht, waren sehr gefährlich, hatten viele Strafraumsituationen. Nach vorne hin sehe ich eigentlich weniger Bedarf. Eher beim Umschalten in der Defensive. Da haben wir Spuren gezeigt, die nicht so waren, wie wir uns das vorstellen."

 

Lukas Rotpuller und Alex Gorgon standen vor dem Absprung, bleiben nun doch zumindest bis Sommer. Froh darüber?

"Ich bin froh, dass wir keinen Spieler verloren haben. Und ich wäre noch glücklicher, wenn wir die Spieler noch länger halten könnten. Das ist aber nicht leicht am internationalen Markt. Wenn ein Spieler gefragt ist, gibt es gute Gründe für ihn, sich zu verändern. Das sind nicht nur wirtschaftliche Überlegungen, sondern auch die Chance, in eine neue Liga zu gehen. Es ist irgendwo verständlich."

 

Trainer Thorsten Fink war bei Hannover im Gespräch. Wie knapp war es?

"Es war gar nicht knapp. Knapp wäre es gewesen, wenn ich überlegt hätte. Aber es gab keine Überlegung. Deshalb war die Anfrage sinnlos. Er ist unser Trainer."

 

Mario Leitgeb war schon so gut wie bei Sturm. Jetzt bleibt er doch in Wien. Wie haben Sie diesen miterlebt?

"Mittendrin. Es hat nicht geklappt, warum auch immer. Es ist nicht an uns gelegen. Auf der einen Seite weiß ich, dass der Spieler traurig ist. Aber so wie ich ihn kenne – und auch wie er sich in der Zeit verhalten hat, als er fast gar nicht gespielt hat – ist er topprofessionell. Aus sportlicher Sicht bin ich froh, dass er da ist. Er ist jeden Tag mit tollem Einsatz beim Training. Solche Spieler können noch wichtig werden im Verlauf einer Meisterschaft."

 

Ein Wort zur EM: In den ersten vier Quali-Spielen waren Sie noch als ÖFB-Tormanncoach beim Nationalteam. Die Früchte ernten andere. Haben Sie je bereut, den Job gewechselt zu haben?

"Die Frage ist gemein. Ich kann darauf niemals richtig antworten. Ich habe es natürlich nicht bereut, zur Austria zu gehen. Aber ich habe es bereut, von der Nationalmannschaft wegzugehen. Vielleicht ist das die Antwort, bei der man sich in der Mitte trifft."

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