Franziskus will nicht in die Papst-Wohung ziehen

Franziskus will kein Papst wie seine Vorgänger sein. Der bodenständige Argentinier weigert sich momentan aus dem Gästehaus Santa Marta auszuziehen.

Am Gründonnerstag starten in jedem Fall seine ersten Osterfeierlichkeiten als Pontifex.

Schon während des Konklaves hat er mit den anderen Kardinälen in dem Hotel gewohnt. Als einziges Zugeständnis an seine neue Papst-Würde ist er in eine größere Suite umgesiedelt. Franziskus will die Abgeschiedenheit im eigenen Apartment meiden.

Stattdessen sucht er die Nähe zu anderen. Er genießt das gemeinsame Essen im Speisezimmer und mag es, in der kleinen Kapelle die Messe zu lesen. Nicht nur für Kardinäle, am Dienstag waren auch die Vatikan-Gärtner und die Mistkübler des Petersplatzes und die Drucker des "Osservatore Romano" bei der Messe dabei.

Den Papst im Aufzug treffen

Für seine Leibwächter ist die Wohnsituation allerdings kein Zuckerschlecken. So kann man dem neuen Pontifex zum Beispiel im Aufzug begegnen. Auch seine Anrufe lässt sich Franziskus nicht alle von Angestellten abnehmen. Der Papst soll zum Beispiel persönlich bei seinem Trafikanten in Buenos Aires angerufen haben, um sein Zeitungsabo zu kündigen. Der geschockte Mann begann am Telefon zu weinen. Auch Franziskus' Zahnarzt erfuhr von einer Terminabsage durch den Papst persönlich, wie die "Welt" schreibt.

Umzug noch nicht geplant

Seine neuen Räumlichkeiten, die im Vatikan nach Benedikts Auszug auf Vordermann gebracht wurden, nutzt der Pontifex nur sporadisch. Vom Fenster seines Arbeitszimmers aus sprach er das Angelusgebet, wie Papst Benedikt vor ihm. Auch hohe Staatsgäste empfängt er im Audienzzimmer der Wohnung im Vatikan.

Wenn Kurienkardinäle vorbeischauen, müssen diese allerdings zum Gästehaus Santa Marta pilgern. Dort will der Papst auf jeden Fall noch einige Zeit wohnen bleiben. Mit der Entscheidung ob und wann er umzieht, will der Papst noch warten.

Osterfeierlichkeiten starten

Franziskus leitet am Donnerstag in Rom jedenfalls die Feierlichkeiten zum Osterfest ein. Am Morgen weiht er im Petersdom traditionell die heiligen Öle. Dann feiert er im Jugendgefängnis Casal del Marmo gemeinsam mit Insassen den Abendmahlgottesdienst. Dabei wäscht er zwölf Jugendlichen verschiedener Nationalitäten und Religionen die Füße.

Franziskus folgt damit einem Brauch, den er als Erzbischof von Buenos Aires eingeführt hatte. Die Messe mit der Fußwaschung wird am Gründonnerstag üblicherweise in der Lateranbasilika gefeiert, Franziskus wollte sie aber in der Haftanstalt. Am Karfreitag steht am Kolosseum der traditionelle Kreuzweg auf dem Programm. Am Sonntag verkündet Franziskus dann seine erste Osterbotschaft und spendet den traditionellen Segen "Urbi et Orbi", der Stadt und dem Erdkreis.

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