Giftiger Müll aus Österreich nach Asien verschifft

Eine Mülldeponie in Asien, Symbolbild
Eine Mülldeponie in Asien, SymbolbildWang chuan / AP / picturedesk.com
Teils giftiger Plastikmüll wurde Berichten zufolge von Niederösterreich nach Malaysia verschifft. Nun warten 100 Tonnen auf die Rückführung.

Greenpeace spielte "ZIB2" und "orf.at" Videos und Unterlagen zu, die zeigen, dass 100 Tonnen Plastikmüll von Niederösterreich über Hamburg nach Kuala Lumpur gebracht wurden. Deklariert waren die geschredderten Elektroartikel als recycelbare Kunststoffe, die auf der "grünen Liste" stehen.

Ein Video eines Schwimmtests zeichnet allerdings ein anderes Bild. Materialen, die wiederverwertbar sind, schwimmen aufgrund ihrer Dichte am Wasser obenauf. Die große Mehrheit der Teilchen sinkt allerdings zu Boden. Die entsprechenden Lieferprotokolle liegen "orf.at" vor und zeigen die Involvierung mehrerer österreichsicher Firmen, insgesamt sollen es mindestens fünf sein.

Kontrolle unmöglich

Die rechtlich verantwortliche "Inverkehrbringerin" sagt, sie habe sich auf die Angaben ihrer Lieferanten verlassen. Mit dem freien Auge geschredderte Plastikteilchen auf ihre Wiederverwertbarkeit zu untersuchen sei unmöglich. Schließlich war noch dazu vereinbart, dass der Inhalt der Container auf der "grünen Liste" stehe.

Die EU-Kommission schätzt, dass rund die Hälfte des verunreinigten Mülls aus Österreich vom legalen Markt verschwindet. Aus Kostengründen wandert dieser auf andere Kontinente, wo die Lohn- und Verbrennungskosten nicht so hoch und die Umweltauflagen nicht so streng sind. "Hier passiert eine Verlagerung des Problems in Regionen, die nicht damit umgehen können", sagt Lisa Panhuber, Konsumexpertin bei Greenpeace Österreich.

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