Polizei hat Verdächtigen nach Attacke mit Golfschläger

Das "Opfer" Vladimir S. mit Anwalt Florian Höllwarth
Das "Opfer" Vladimir S. mit Anwalt Florian Höllwarthprivat
Nach rund einem Monat konnte die Polizei den mutmaßlichen Golfschläger-Prügler ausforschen: Der älteste von drei Brüdern soll zugeschlagen haben.

Übel war Vladimir S. im August 2020 nach einer Geburtsfeier im "Village Club" in Wien-Favoriten zugerichtet worden. Nach einer Massenschlägerei vor dem Balkan-Club war der 24-Jährige von einem Seat-Lenker gerammt und dann von einem bislang Unbekannten mit einem Golfschläger verprügelt worden - so lange bis der Schläger abbrach. Nun weiß die Exekutive, wer der "Golfschläger-Typ" ist.

Opfer als Beschuldigter

Vladimir S. erlitt Kopfblessuren und einen komplizierten Unterschenkelbruch durch die Auto-Attacke, wurde am Mittwoch als Beschuldigter einvernommen. Der 24-Jährige war in der Tat sprachlos, nicht als Opfer, sonders als Beschuldigter geführt zu werden und wollte nichts zum Fall sagen. Der 24-Jährige muss jetzt sogar nochmal operiert werden. "Sein Bein macht große Probleme", so Anwalt Florian Höllwarth.

Wie berichtet war es am 9. August 2020 (in der Nacht von Samstag auf Sonntag, Anm.) zu einem heftigen Streit gekommen – rund 15 junge Männer waren an der Schlägerei beteiligt. Dabei wurde unter anderem Leo R. schwer verletzt, er erlitt einen Arm- und Nasenbeinbruch. Plötzlich rief einer aus der Menge: "Der Leo verblutet!"

Anwalt Nikolaus Rast
Anwalt Nikolaus RastDenise Auer

Laut Seat-Lenker-Anwalt Nikolaus Rast wurde daraufhin der stark blutende Leo R. in den Seat von Lubomir S. gebracht, gleichzeitig soll Freund Milos S. zu seinem BMW gelaufen sein, um Verbandszeug zu holen. "Und dabei nahm ein damals noch Unbekannter den Golfschläger aus dem BMW", so Nikolaus Rast. 

Dann fuhr Lubomir S. laut Anwalt Rast mit seinem Seat los, achtete nur auf den blutenden Beifahrer Leo R. und nicht auf den Verkehr und erfasste schließlich Vladimir S. Plöztlich kam der Unbekannte mit dem Golfschläger und schlug auf den 24-Jährigen ein. Dabei brach der Golfschläger sogar ab!

Ältester Bruder war Schläger

Wenig später hatte die Polizei vier Verdächtige (18 bis 26), nur vom Golfschläger-Prügler fehlte anfangs jede Spur. Jetzt hat die Polizei den Namen des verdächtigen "Golfschläger-Prüglers": Der älteste von drei Brüdern, soll zugeschlagen haben. Die Polizei forderte auch einen DNA-Abgleich an - ein Ergebnis dürfte noch ausstehen. Anwalt Nikolaus Rast: "Der DNA-Test wird ergeben, dass meine Klienten (Anm.: Seat-Lenker und BWM-Besitzer) absolut nichts mit dem Golfschläger-Angriff zu tun haben. Und das Anfahren von Vladimir S. war ein Unfall und niemals Absicht."

Kein Aussage für Rast schleierhaft

Wie berichtet sitzen nach wie vor der Seat-Lenker Lubomir S. (Anm: so wie Milos S. von Niki Rast vertreten) samt verletztem Beifahrer Leo R. in U-Haft - warum der Beifahrer immer noch, ist nicht ganz schlüssig. Leo R. hat mitttlerweile den Anwalt gewechselt, wird nun von Rudolf Mayer vertreten, Mitar D. weiter von Philipp Wolm.

Eine Frage stellt sich noch Anwalt Nikolaus Rast: "Warum hat das angebliche Opfer bei der Einvernahme nicht ausgesagt?" Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung. 

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