Google kündigt diese radikale Änderung an

Google kündigte an, das Suchverhalten seiner Nutzer ab dem kommenden Jahr nicht länger zu verfolgen.
Google kündigte an, das Suchverhalten seiner Nutzer ab dem kommenden Jahr nicht länger zu verfolgen.ALASTAIR PIKE / AFP / picturedesk.com
Mehr Privatsphäre im Netz! Google kündigte an, das Suchverhalten seiner Nutzer ab dem kommenden Jahr nicht länger zu verfolgen. 

Am Mittwoch kündigte der Internet-Gigant Google eine radikale Veränderung für das Jahr 2022 an. Dabei handelt es sich um eine Veränderung zum Guten für die Nutzer, denn: In Zukunft wird das Suchverhalten der User nicht mehr getrackt. Das bedeutet, dass keine Daten mehr gesammelt werden, die bisher dazu verwendet wurden, personalisierte Werbung auszuspielen.

 Mit diesem Schritt sorgt Google für besseren Datenschutz und mehr Privatsphäre im Netz.

In einem Blogeintrag begründete der Google-Manager David Temkin die Pläne für den Datenschutz: "Es liegt auf der Hand, dass sich die digitale Werbung weiterentwickeln und auf die wachsenden Bedenken der Menschen hinsichtlich ihrer Privatsphäre und der Nutzung ihrer persönlichen Identität reagieren muss." Jedoch hat sich Google ein neues Konzept einfallen lassen.

Leute fühlten sich "verfolgt"

Der Konzern will also künftig davon absehen, Werbung zu verkaufen, die auf dem Tracking von individuellen Usern auf verschiedensten Websites basiert. Dies ist ein großer Schritt für ein Unternehmen, welches es immerhin ermöglicht hat, seine Nutzer über Jahre hinweg mittels Cookies auf Schritt und Tritt verfolgen zu lassen.

 "Die Leute sollten aber nicht einfach akzeptieren müssen, dass sie überall im Netz ausspioniert werden, um für sie potenziell interessante Werbeanzeigen zu erhalten", schreibt Temkin in dem Blogpost.

Tatsächlich würden Studien nämlich zeigen, dass sich 72 Prozent aller Internet-Nutzer im Netz ständig verfolgt fühlen. 81 Prozent geben sogar an, dass die Risiken dieser Verfolgung größer seien als die möglichen Vorteile, die sie persönlich daraus ziehen.

Keine Cookie-Alternative

Der Schritt, den Google nun vornimmt, kommt jedoch nicht gänzlich überraschend. Bereits im letzten Jahr hat der Internet-Konzern verkündet, dass Cookies von Drittanbietern in ihrem Browser Chrome spätestens bis ins Jahr 2022 gänzlich gesperrt werden sollen – wie dies bei anderen Browsern wie Firefox oder Safari bereits seit Jahren der Fall ist. 

 Nun geht Google aber noch einen Schritt weiter und verspricht, keine Alternative zu entwickeln, die die Cookies von Drittanbietern ersetzen könnte.

"Sobald alle Cookies von Drittanbietern verschwunden sind, werden wir keine anderen Identifikatoren zur Verfügung stellen, die Individuen verfolgen können, während sie im Internet surfen", verspricht Temkin. Um aber weiterhin Werbung verkaufen zu können, wird Google vermehrt auf aggregierte und anonymisierte Daten seiner Nutzer setzen.

Was sind Cookies?

Als Cookies werden Informationen bezeichnet, die auf dem Gerät eines Users beim Besuch einer Website abgespeichert werden. Wird diese Website zu einem späteren Zeitpunkt erneut besucht, erkennt die Seite aufgrund der abgespeicherten Cookies den Nutzer oder die Nutzerin wieder. Diese Cookies können zum Beispiel für das Abspeichern eines Logins oder eines Warenkorbs bei einem Online-Händler, aber auch für das gezielte Ausspielen von Werbung benutzt werden.

Das ändert sich wirklich 

Cookies sollen künftig durch eine neue Technologie namens "Federated Learning of Cohorts" oder kurz FLoC ersetzt werden. Hierbei werden Internet-User aufgrund ihrer Interessen in größere Gruppen zusammengefasst und können aufgrund dieser Gruppen mit Werbung bespielt werden. Das Tracking erfolgt so also nicht mehr auf der Basis des Individuums sondern auf der ganzen Gruppe. 

Übersehen werden darf aber nicht, dass sich die neue Regelung ausschließlich auf Websites von Drittanbietern bezieht. Die Google-eigenen Produkte wie Gmail, YouTube oder oder die Google-Suche dürfen weiterhin Informationen über ihre Nutzerinnen und Nutzer sammeln. Außerdem wird der Schritt vorerst nur auf Websites, nicht aber auf Smartphones durchgeführt. Dies bedeutet also, dass Google selbst mit keinen großen Einbußen durch diese neue Regelung zu rechnen hat. Anders sieht dies für Werbe-Unternehmen aus, die bis anhin auf Cookies angewiesen waren, um ihre Werbung zu verbreiten.

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