Großprojekt: Wirbel um Moschee-Bau in Tulln

Auf 1.300 Quadratmetern wird in Tulln eine Gebetstätte von der bosnisch-muslimischen Community aus dem Boden gestampft. Die FP warnt vor Parallelgesellschaften.

Rege Bautätigkeiten in der Porschestraße in Tulln: Ein großer Neubau auf einem Grundstück, das der Bildungs- und Kulturverein der Bosniaken-Kevser erwarb, soll den kleineren, nur gemieteten Gebetsraum in der Langenlebarner Straße ersetzen.

Vereinsobmann Admir Muratovic (39) zu „Heute": „Wir stehen in engem Kontakt mit der Stadtgemeinde, alle Bescheide liegen vor." Hinsichtlich des Ortsbildes gebe es laut Stadt Tulln keine Probleme, „da es von außen wie ein größeres Wohnhaus aussieht. Der Gebetsraum (130 m²) hat nicht die Form einer Moschee". Einwände von Anrainern habe es bei der Bauverhandlung keine gegeben.

"Lehnen Moschee in Tulln ab"

FP-Bezirksobmann Andreas Bors sieht den Bau aber kritisch: „Laut einer Analyse des Meinungsforschers Peter Hajek sehen drei Viertel von 1.000 Befragten die Existenz von Parallelgesellschaften als gegeben. Diese werden hauptsächlich mit muslimischen Gruppen in Verbindung gebracht. Der Bau großer Moscheen dient nicht der Integration, sondern bedient Parallelkulturen. Das lehnen wir auch in Tulln entschieden ab."

"Jeder ist herzlich willkommen"

Der dreifache Familienvater Muratovic entgegnet: „Jeder ist herzlich willkommen. Der Großteil unserer Community, 115 Familien in Tulln und Umgebung, spricht perfekt Deutsch, die Hälfte hat die österreichische Staatsbürgerschaft. Unser Imam hat in Deutschland studiert, arbeitet an der Donau-Uni-Krems. Vor uns muss niemand Angst haben."

Ein Großteil der hier lebenden bosnischen Familien kam 1992 nach Österreich, sei gut integriert: "Unsere Heimat ist Österreich und unsere Stadt ist Tulln", so Muratovic, der mit einem Malerbetrieb in der Stadt aktiv ist. Wann der Moschee-Bau fertig ist, steht noch nicht fest: "Wir sind auf Spenden angewiesen bzw. auch auf freiwillige Helfer. Es ist nicht abschätzbar, wann wir fertig sind."

Der Freiheitliche Bezirkschef hingegen sagt: "Ich halte den Bau einer großen Moschee in Tulln für das falsche Signal, denn damit schreitet die Schaffung einer muslimischen Parallelgesellschaft noch schneller voran." (wes)

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