Justizbeamter schickte Penis-Foto an Häftlings-Frau

Das Penis-Bild des Justizbediensteten
Das Penis-Bild des JustizbedienstetenFalter
Ein Amtsdirektor soll die Ehefrau eines Insassen mit anzüglichen Nachrichten belästigt haben. Trotz einer Anzeige blieb er weiter im Amt.
  • Christian Tomsits
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Christian Tomsits

Als Leiter des Sozialen Dienstes ist Hans S. eigentlich damit betraut, Häftlingen eine Vertrauensperson zu sein. Zu seinen Aufgaben zählt, mit Beratungen und Betreuungsgesprächen den Häftlingen Druck zu nehmen. Nun gerät der Amtsdirektor selbst unter Druck, weil die Wochenzeitung "Falter" aufdeckte, dass er seine Position und sein Amt missbraucht haben soll. Nachdem ein Nacktfoto einer Frau an ihren inhaftierten Ehemann bei der hausinternen Zensurabteilung landete, wurde der Amtsleiter eingeschaltet. Anstatt der Frau klarzumachen, solche Bilder zu unterlassen, griff der 60-Jährige selbst zum Handy und verfolgte erotische Interessen.

"Habe in der Fantasie gewixt"

Am 5. September 2019 um 6.38 Uhr soll er folgende Nachricht gesendet haben: "Guten Morgen! Ich hab ein sehr, sehr erregendes Foto von Dir gesehen und das wollte ich Dir gestehen. Ich wollte Dir ein Kompliment machen und sagen, dass ich mit dem Foto in der Fantasie gewixt habe. Findest Du mich schlimm?“

"Dir gefällt es auch, dass ich geil werde beim Anblick deines Fotos!"

Insgesamt 63 Nachrichten folgten, darunter auch ein Penis-Foto mit ausgezogener Hose (siehe Bild), sowie versteckte anzügliche Angebote: "Du bist ja derzeit eher auf sexueller Sparflamme, da dachte ich, Komplimente können nicht schaden.“ Auch nach mehrmaligen Aufforderungen ließ der Beamte nicht locker: "Dir gefällt es auch, dass ich geil werde beim Anblick deines Fotos!“, blieb er hartnäckig.

Ministerium suspendierte Beamten nicht

Die schockierte Frau meldete die Belästigung sofort bei der Polizei. Beim Beschuldigten wurde eine Hausdurchsuchung vorgenommen. Die Vorwürfe bestritt er nicht. Auch weitere Vergehen konnten festgestellt werden: Des Öfteren soll er sich undokumentierten Zugang zu privaten Daten seiner Häftlinge verschafft haben, in seiner Wohnung fand man auch kleine Mengen Marihuana.

Doch wie der "Falter" weiter recherchierte, sah man intern nach Diskussionen von harten Konsequenzen ab. Der Vertragsbedienstete S. ist weiter als Amtsleiter aktiv. Auch die Ehefrauen von Häftlingen soll er weiter betreuen, hieß es.

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