Hirscher: "Morddrohungen gegen die Familie"

Im August hat Ski-Superstar Marcel Hirscher die Renn-Ski ins Eck gestellt. In seiner Biografie berichtet der Ausnahme-Athlet nun von den Schattenseiten seiner Bilderbuch-Karriere.
Acht Gesamtweltcupsiege, sieben Mal WM-Gold, 67 Triumphe im Weltcup – Ski-Held Hirscher hat Geschichte geschrieben. Darüber, aber auch über die negativen Aspekte einer Karriere, wie sie der Ski-Weltcup noch nie gesehen hat, geht es in "Die Biografie", die der 30-Jährige nun veröffentlicht. Ab Montag ist das 300 Seiten starke Buch aus dem egoth-Verlag erhältlich.

"Was mich als Sportler gut gemacht hat, ist jetzt nervig. Vor allem für mein Umfeld. Das Tempo, das ich in meiner Karriere gegangen bin, ist einfach nicht alltagstauglich", schreibt der Rekord-Gesamtweltcupsieger.

"Da war ein Fass, das ich aufmachen konnte, wenn ich wollte und wenn ich es unbedingt brauchte. Ganz ehrlich: Manchmal war ich mir selbst ein Rätsel, wie ich das alles geschafft habe", staunt Hirscher über sich selbst.

CommentCreated with Sketch.4 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Doch der Salzburger musste auch die negativen Seiten seiner historischen Laufbahn kennenlernen. Wie bei der Einfädler-Affäre aus dem Jänner 2012, als Hirscher in einer anonymen SMS an die Kronen Zeitung vorgeworfen wurde, bei den Siegen in Zagreb und Adelboden unbemerkt eingefädelt zu haben. "Es gab Morddrohungen gegen meine ganze Familie."

Oder Hirschers Glück beim Drohnen-Crash in Madonna di Campiglio im Dezember 2015. "Wäre ich eine Zehntelsekunde langsamer gewesen, wäre ich wahrscheinlich schwer verletzt oder vielleicht sogar ausgeknipst worden."

In der Biografie kommen auch Weggefährten und Ikonen zu Wort. So meint etwa Ingemar Stenmark, bis heute mit 86 Erfolgen Rekord-Weltcupsieger staunend: "Marcel ist der beste Skifahrer, den es jemals gab. Das Skifahren zu Marcels Zeiten war viel kraftvoller. Es war schwieriger als bei mir, so viele Rennen zu gewinnen."

Auch Hirschers guter Freund Felix Neureuther zog vor dem Salzburger mit Blick auf die WM 2013 in Schladming neuerlich den Hut. "Ich hab' geführt, ich hätte WM-Gold gewonnen. Aber ich stand im Ziel, schloss die Augen, saugte die Atmosphäre förmlich auf und sagte mir: Hoffentlich gewinnt Marcel, ich will erleben, was da los ist, wenn Marcel hier Gold holt." Und so kam es auch...

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