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Hitzewelle – diese versunkenen Orte tauchten wieder auf

Die Hitzewelle führt zu einer Austrocknung von Stauseen. In Spanien und anderen Ländern kommen deshalb längst versunkene Orte wieder zum Vorschein.

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Aufgrund des niedrigen Wasserstands ist die alte Kirche Sant Romà de Sau in Spanien komplett aus dem Stausee aufgetaucht. Normalerweise ist nur die Spitze des Kirchturms zu sehen.
Aufgrund des niedrigen Wasserstands ist die alte Kirche Sant Romà de Sau in Spanien komplett aus dem Stausee aufgetaucht. Normalerweise ist nur die Spitze des Kirchturms zu sehen.
JOSEP LAGO / AFP / picturedesk.com

Während das einst im Meer untergegangene, mystische Inselreich Atlantis einer griechischen Sage entsprungen ist, gibt es in Europa tatsächlich diverse Dörfer und Orte, die im Laufe der Zeit durch den Bau von Stauseen geflutet worden sind.

Tiefer Wasserstand

Doch aufgrund der anhaltenden Hitzewelle diesen Sommer und des daraus resultierenden tiefen Wasserspiegels gelangen immer mehr versunkene Orte an die Oberfläche. Dies ist aktuell vor allem in Spanien, aber auch in nördlich gelegenen Ländern, wie beispielsweise England, der Fall.

Einer dieser versunkenen Orte befindet sich in der spanischen Region Katalonien, 100 Kilometer nördlich von Barcelona. In den 60er-Jahren wurden dort mehrere Dörfer geflutet, um einen Stausee zur Garantierung der Wasserversorgung zu errichten.

Je nach Wasserstand ragt jeweils höchstens noch die Spitze des aus dem zehnten Jahrhundert stammenden Kirchturms Sant Romà de Sau hervor. Doch nun ist der Wasserpegel des Stausees dermaßen tief, dass die ganze Kirche zu sehen ist, was sich zahlreiche Schaulustige nicht entgehen lassen wollen.

Fluss gibt altes Römerlager frei

Und auch andere Orte in Spanien sind vom historisch tiefen Wasserpegel betroffen und geben längst verlorene Schätze frei. Dazu gehört auch das rund 2000 Jahre alte Römerlager Aquis Querquennis am Fluss Lima.

Dieses befindet sich in Nordspanien an der Grenze zu Portugal und ist normalerweise unter Wasser. Aufgrund des tiefen Wasserstands des angrenzenden Stausees As Conchas ist das Römerlager freigelegt worden, was besonders aus der Luftperspektive beeindruckend aussieht.

Spanisches Stonehenge und englische Ruinen

Doch das Römerlager ist nicht der einzige archäologisch wertvolle wiederaufgetauchte Ort. Im Landesinneren von Spanien, in der Provinz Cáceres, hat der tiefe Wasserpegel des Valdecanas-Stausees etwas ganz Besonderes zutage getragen: Das spanische Stonehenge.

Der Steinkreis mit dem Namen Dolmen de Guadalpera befindet sich normalerweise nur teilweise oberhalb der Wasseroberfläche.
Der Steinkreis mit dem Namen Dolmen de Guadalpera befindet sich normalerweise nur teilweise oberhalb der Wasseroberfläche.
Manu Fernandez / AP / picturedesk.com

Der Steinkreis mit dem Namen Dolmen de Guadalpera befindet sich normalerweise nur teilweise oberhalb der Wasseroberfläche. Die Dutzenden, zu einem Kreis angeordneten, aufrecht stehenden Steine, sogenannte Megalithen, sollen gemäß Schätzungen in der Zeit von 5000 vor Christus platziert worden sein.

Doch nicht nur im Süden macht die Hitze den Wasserbeständen zu schaffen, sondern auch im Norden, unter anderem in Großbritannien in Wales. Dort tauchten aufgrund des tiefen Wasserpegels des Stausees Vyrnwy in Powys die Ruinen des im 19. Jahrhundert erbauten Dorfes Llanwddyn auf.

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    Früher war nur die Spitze des Kirchturms zu sehen.
    Früher war nur die Spitze des Kirchturms zu sehen.
    AITOR DE ITURRIA / AFP / picturedesk.com