"Ich habe Eltern, die ich gerne wieder umarmen möchte"

Innenminister Karl Nehammer in der ZiB2.
Innenminister Karl Nehammer in der ZiB2.ORF
Die Kritik vom Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) ans rot-grüne Wien wächst. In Wien sinken die Infektionszahlen nur langsam. Von den knapp 1.000 Corona-Erkrankten in Österreich befinden sich knapp 60 Prozent in der Bundeshauptstadt.

 Für das AKH sei das aber nichts besonderes. Man habe Cluster erwartet und komme mit diesen gut zurecht. Derselben Einschätzung ist auch das Gesundheitsministerium. Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) fordert nun Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) auf, die Situation zu beruhigen:  "Wir wollen nicht besser behandelt werden als andere Bundesländer, aber auch nicht schlechter".

Für Nehammer ist aber klar: Wien weigert sich die Hilfe des Innenministeriums anzunehmen. Er habe angeboten, dass die Polizei die Stadt unterstützen kann, um die Infektionen niedrig zu halten. In der ZiB2 meinte er dazu: "Es muss alles getan werden, dass das Virus eingedämmt wird". Und weiter: "Ich habe Eltern, die ich gerne wieder umarmen möchte". 

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"Nach bestem Wissen und Gewissen informiert"

Immer wieder erwähnte er, dass man sich die Hände waschen und Abstand halten solle. Dann sprang Moderator Armin Wolf dazwischen und zeigte dem Innenminster ein Bild aus dem Kleinwalsertal. Darauf zu sehen: Bundeskanzler Kurz, ÖVP-Landeshauptmann Markus Wallner und der Kleinwalsertaler Bürgermeister Andi Haid. Wolf meinte dazu, dass ihm nicht bekannt wäre, dass die drei in einem gemeinsamen Haushalt leben würden. Von einem Meter Abstand sei aber nichts zu sehen. Nehammer erklärte, dass die Bewohner des Kleinwalsertals sich nach Wochen der Quarantäne auf den Besuch des Bundeskanzlers gefreut hätten. Der ZiB-Moderator erinnerte, dass auf dem Bild jedoch gar keine Bewohner des Örtchens zu sehen seien. 

Auch bezüglich der "vier Gründe" weshalb man die Wohnung verlassen dürfte, hakte Wolf nach. Mittlerweile stellte sich heraus, dass diese Gründe nie in der Verordnung verankert wurden. Nehammer: "Die Menschen haben aus Eigenverantwortung gehandelt". Er selbst, so wie das Gesundheitsministerium, habe die Bevölkerung nach bestem Wissen und Gewissen informiert. Das sei auch der Grund, weshalb man nun im Vergleich zu anderen Ländern so gut dastehe.

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