Impf-Faulheit: Immer mehr Kinder erkranken an FSME

Immer mehr Kinder erkranken an FSME.
Immer mehr Kinder erkranken an FSME.Bild: iStock
Die FSME-Impfrate bei Kindern ist im Sinken begriffen. Das hat Auswirkungen: Die Erkrankungen haben sich vervierfacht.
Man kann behaupten, dass die Gefahr, die von Zeckenbissen ausgeht, einem Großteil der Bevölkerung bewusst ist. Alarmierend ist jedoch die Entwicklung im Bezug auf die Jugend.

Bei Kindern und Jugendlichen ist in den letzten Jahren nämlich ein Anstieg der FSME-Fälle (siehe Info-Box) zu beobachten. Seit 2011 sind dreimal so viele Kinder unter 15 Jahren an FSME erkrankt wie in den fünf Jahre zuvor (60 versus 19 Fälle).

Noch dramatischer ist die Lage bei Kindern bis sechs Jahre: Hier hat sich die Zahl der Erkrankungen fast vervierfacht (34 versus 9 Fälle).

Impfmuffel

Warum? Für den Präsidenten der Tiroler Apothekerkammer, Martin Hochstöger, liegt es an der sinkenden Impfrate: "2 von 10 Vorschulkindern sind nicht gegen FSME geimpft. Das nationale Impfgremium empfiehlt die Zeckenschutzimpfung jedoch ausdrücklich ab dem vollendeten ersten Lebensjahr", sagt er.

FSME: Frühsommer-Meningoenzephalitis
Die Frühsommer-Meningoenzephalitis ist eine entzündliche Erkrankung des Gehirns bzw. der Hirnhäute, die durch das FSME-Virus ausgelöst wird. Die Krankheit kann nicht behandelt werden und verläuft im schlimmsten Fall tödlich. Der Erreger wird durch Zecken übertragen. Eine korrekter Impfschutz schützt vor einer Infektion.

Auch Borreliose (Lyme-Krankheit) wird durch Zecken übertragen. Dagegen existiert derzeit noch kein Impfschutz. Die Krankheit ist mit Antibiotika behandelbar.
Die Impfrate bei Ein- bis Dreijährigen ist seit 2001 von 61 Prozent auf 44 Prozent gesunken - um fast ein Drittel.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch. Gerade Kinder sind durch das Spielen im Freien, im hohen Gras und in Wäldern gefährdet. Für sie ist das Risiko besonders hoch, von einer Zecke gestochen zu werden, weiß Hans Jürgen Dornbusch, Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde in Graz.

Die Angst, Kinder könnten die Impfung nicht vertragen, ist für die Hochstöger und Dornbusch unbegründet. Für Kleinkinder gibt es speziell gut verträgliche Impfstoffe, abgesehen von einer möglichen Reaktion an der Injektionsstelle und leichtes Fieber sei nichts zu befürchten.

(csc)

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